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Die Polizei hat am Montagmorgen eine Besetzungsaktion am Stuttgarter Hauptbahnhof gestoppt. Gegener des Projekts Stuttgart 21 hatten demonstriert.
Poliezi stoppt Besetzungsaktion von Stuttgart 21 Gegnern © dpa
27.07.2010

Polizei beendet Bahnhofsbesetzung in Stuttgart

STUTTFART. Die Besetzungsaktion von Gegnern des Milliarden-Bahnprojekts Stuttgart 21 ist von der Polizei am späten Montagabend beendet worden. Die Beamten räumten den von etwa 50 Demonstranten besetzten Nordflügel des Hauptbahnhofs, wie ein Polizeisprecher mitteilte.  

Die Stuttgart-21-Gegner waren zuvor mit Leitern in obere Stockwerke des leerstehenden Bahnhofflügels eingedrungen und hatten Spruchbänder aus den Fenstern gehängt. Sie protestierten damit gegen Pläne, den Nordflügel frühzeitig für das umstrittene Bauvorhaben abzureißen.

Die Polizei trug nach eigenen Angaben die meisten Besetzer aus dem Gebäude heraus und nahm sie vorübergehend in Gewahrsam, um ihre Personalien aufzunehmen. Zu Gewalttätigkeiten kam es dabei nicht. Allerdings sei es zu Beginn der Besetzungsaktion zu Rangeleien gekommen. Es habe massive Beleidigungen gegen Beamte gegeben. Einigen seien die Mütze vom Kopf gerissen worden und ein Polizist sei mit Füßen traktiert worden.„Hier wurde der bisher bürgerliche Protest verlassen“, sagte der Polizeisprecher. Der Besetzung war eine Demonstration von etwa 3000 Gegnern des Projekts Stuttgart 21 vorausgegangen, das neben dem Umbau des Hauptbahnhofs in eine unterirdische Durchgangsstation auch den Anschluss an die Schnellbahntrasse nach Ulm vorsieht.

Der Bahnhofsumbau sowie der Anschluss an die ICE-Trasse sollen gut drei Milliarden Euro kosten. Die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm wird auf zwei Milliarden Euro veranschlagt. Die Kritiker erwarten allerdings eine massive Steigerung der Kosten.

Trotz eines Rechtsstreits, der im Oktober vor dem Oberlandesgericht fortgesetzt werden soll, will die Bahn im August schon mit dem Abriss des nördlichen Seitenflügels beginnen. Die Gegner befürchten, die Bahn wolle Fakten schaffen und damit das Bauvorhaben unumkehrbar machen.