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Karlsruher Polizei beendet Tortur für 207 Kälber: Ein polnischer Tiertransporter hatten die jungen Tiere stundenlang ohne Wasser über die Autobahn kutschiert.
Karlsruher Polizei beendet Tortur für 207 Kälber: Ein polnischer Tiertransporter hatten die jungen Tiere stundenlang ohne Wasser über die Autobahn kutschiert. © Symbolbild: dpa
19.07.2014

Polizei beendet Tierquälerei: Polnischer Kälbertransport ohne Wasser

Karlsruhe. Bei diesem heißen Sommerwetter muss jeder Mensch viel mehr trinken als sonst, um nicht gesundheitliche Probleme in Kauf zu nehmen. Das gilt auch für Kälber, die gerade einmal 14 Tage alt sind. Das scheint aber den beiden Fahrern eines polnischen Tiertransporters egal gewesen zu sein. Sie hatten am Samstagmorgen 207 Kälber stundenlang über die Autobahn kutschiert, ohne ihnen Wasser zu geben.

Am Samstagmorgen um 8.20 Uhr hatten Karlsruher Polizisten auf der A5 einen mit wenig Sachverstand und noch weniger Tierverständnis bestückten polnischen Viehtransporter kontrolliert. Das Fahrzeug hatte 207 Kälber, die jüngsten gerade zwei Wochen alt, geladen. Die Beamten stellten fest, dass die Tiere nicht wie vorgeschrieben nach neun Stunden getränkt worden waren, sondern schon seit über zwölf Stunden unterwegs waren und die vorgesehene Tränkstation noch drei Stunden entfernt gewesen wäre.

Das eingebaute Tränksystem war ohnehin ohne Wasser und hätte selbst in vollem Zustand den Kälbern nicht geholfen, da Nippel für Schweine an den Endabnahmnestationen aufgezogen waren, von denen die Kälber nicht hätten trinken können. So mussten die durstigen Tiere vor Ort behelfsmäßig getränkt und gefüttert werden. Zum Glück hatten alle Tiere die Tortour überlebt.

Billig werden die Fahrer und das Fuhrunternehmen mit dieser Tierquälerei nicht davonkommen. Ein Fahrer musste mit den Tieren zur vorgesehenen Tränk- und Fütterungsstelle fahren und danach nach Karlsruhe zurückkehren. Der zweite Fahrer blieb vor Ort, da wegen den Verstößen von der zuständigen Behörde eine Sicherheitsleistung gegen die beiden Fahrer und das Unternehmen von mehreren tausend Euro festgelegt worden war. Erst nach Eingang des Geldes konnten die beiden polnischen Fahrer den Transport fortsetzen.

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