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Polizei dehnt Massen-Gentest im Mordfall Bögerl aus
Polizei dehnt Massen-Gentest im Mordfall Bögerl aus © dpa
08.08.2014

Polizei dehnt Massen-Gentest im Mordfall Bögerl aus

Ulm/Giengen (dpa/lsw) - Im seit Jahren rätselhaften Mordfall an der Heidenheimer Bankiersgattin Maria Bögerl dehnt die Polizei ihren Massen-Gentest weiter aus. Nachdem im Frühjahr gut 3000 Proben von Männern aus Neresheim im Ostalbkreis eingesammelt worden waren, sollen nun auch rund 400 bis 500 Männer aus Giengen an der Brenz (Kreis Heidenheim) ihre DNA abgeben, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. «Diese Ausdehnung des Gentest war von vorneherein geplant», sagte der Sprecher.

Bögerl war vor vier Jahren entführt worden. Die Täter forderten von ihrem Ehemann 300 000 Euro Lösegeld, doch eine Übergabe scheiterte. Unter Tränen richtete die Familie des Opfers im Fernsehen einen Appell an die Entführer: «Bitte geben Sie uns unsere geliebte Mama, meine Frau, wohlbehalten zurück. Sie hat Ihnen nichts getan.»

Anfang Juni 2010, rund einen Monat nach der Entführung, fand ein Spaziergänger die verweste Leiche an einem Waldrand bei Heidenheim. Maria Bögerl wurde erstochen. Ein Jahr danach nimmt sich ihr Ehemann das Leben. Zuvor war er zeitweise selbst in Verdacht geraten, in den Fall verwickelt gewesen zu sein.

Mehr als 10 000 Spuren hat die Polizei seitdem gesammelt, die entscheidende war bislang nicht dabei. Auch der erste Teil des Massen-Gentest im 8000-Einwohner-Ort Neresheim, zu dem dort gut 3300 Männer aufgerufen waren, brachte keinen nennenswerten Erfolg. Die Ermittler hatten Hinweise, dass der Täter von dort kommen könnte.

Weitere Puzzleteile werden nun in Giengen gesucht. «Es gibt den Verdacht, dass es in dem Fall eine räumliche Beziehung zwischen Neresheim und Giengen gibt», sagte der Polizeisprecher. Näher wollte er darauf nicht eingehen. Die 19 000-Einwohner-Stadt Giengen und Neresheim sind rund 20 Kilometer voneinander entfernt.

Der weitere Gentest starte in 14 Tagen, hieß es. Alle infrage kommenden Männer seien angeschrieben worden und hätten einen Termin genannt bekommen. Eine öffentliche Abgabe von Speichelproben wie in Neresheim gebe es nicht. Die angeschriebenen Männer sind zwischen dem 1. Januar 1945 und dem 31. Dezember 1992 geboren und wohnen oder wohnten in Giengen. Die Mitwirkung ist freiwillig.