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Kerzen und Gedenkbriefe stehen am 15.11.2016 in Endingen (Baden-Württemberg) auf dem Stadtbrunnen. Nach dem Mord an einer 27-jährigen Joggerin in Endingen bei Freiburg hatte die Polizei die Spurensuche am Fundort der Leiche fortgesetzt.
Kerzen und Gedenkbriefe stehen am 15.11.2016 in Endingen (Baden-Württemberg) auf dem Stadtbrunnen. Nach dem Mord an einer 27-jährigen Joggerin in Endingen bei Freiburg hatte die Polizei die Spurensuche am Fundort der Leiche fortgesetzt. © Patrick Seeger/dpa
15.11.2016

Polizei fehlt nach Frauenmorden weiter eine heiße Spur

Endingen (dpa/lsw) - Nach dem Mord an einer 27 Jahre alten Joggerin in Endingen bei Freiburg hat die Polizei die Spurensuche am Fundort der Leiche am Dienstagnachmittag beendet. Auch die weiträumigen Absperrungen der Polizei rund um das Gebiet wurden aufgehoben, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Es handelte sich bei dem kleinen Waldstück um unwegsames und unübersichtliches Gelände. Die Ermittler wollten nichts übersehen, deshalb war am Dienstag am sechsten Tag in Folge nach Spuren gesucht worden. Eingesetzt würden hierfür auch Spezialisten und Spürhunde der Polizei.

Die Leiche der jungen Frau war in dem kleinen Wald zwischen Endingen und dem Nachbarort Bahlingen am vergangenen Donnerstag gefunden worden. Die 27-Jährige war am Sonntag vor einer Woche alleine zum Joggen aufgebrochen, aber nicht zurückgekehrt. Sie wurde sexuell missbraucht und getötet. Vom unbekannten Täter fehlt jede Spur.

Die Polizei ist in dem Fall nach eigenen Angaben bislang mehr als 300 Hinweisen nachgegangen, eine heiße Spur hat sie nicht. Ob der Fundort der Leiche auch der Tatort ist, wollen die Ermittler nicht sagen. Auch zur Todesursache und zum Todeszeitpunkt äußern sie sich nicht. Nach dem Verschwinden der Frau war tagelang nach ihr gesucht worden.

Geprüft werde, ob der Fall mit dem Mord an einer 19-Jährigen in Freiburg zusammenhängt, die ursprünglich aus dem Enzkreis stammt. Die Studentin war Mitte Oktober in Freiburg sexuell missbraucht und getötet worden. Der Täter ist unbekannt. An der Leiche in Freiburg und an einem in der Nähe gefundenen Fahrrad waren zwar identische männliche Körperspuren entdeckt worden, diese konnten aber niemandem zugeordnet werden.

Ob auch im Fall der ermordeten Joggerin in Endingen Körperspuren gefunden wurden, wollte die Polizei nicht sagen. Ob es sich um die Taten eines Mehrfachtäters handelt, ist den Angaben zufolge unklar. Hinweise darauf gebe es derzeit nicht, hieß es. Beide Fälle lösten in der Bevölkerung eine große Verunsicherung aus.

Ein ähnlicher Fall wie in Freiburg hatte sich im Sommer vergangenen Jahres in der Schweiz ereignet. Damals war eine junge Frau vom Fahrrad gerissen und vergewaltigt worden. Einen Zusammenhang zu diesem Fall haben die Ermittler aber bereits ausgeschlossen. Auch Zusammenhänge zu anderen Fällen seien derzeit nicht nachweisbar.

An diesem Mittwoch, 20.15 Uhr, bittet die Fernsehsendung «Aktenzeichen XY - ungelöst» nach den beiden Morden im Raum Freiburg um Hinweise. Die Sendung mit Moderator Rudi Cerne kommt live im ZDF, Ermittler der Freiburger Polizei werden nach Angaben einer Sprecherin aber nicht im Studio sein.

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