nach oben
© dpa
02.05.2011

Polizei jagt Kleinbus durch die Weinberge

KRAICHTAL. Bei Verfolgungsjagden in Kinofilmen oder Fernsehserien rasen in der Regel immer schnelle Schlitten über Autobahnen oder verkehrsreiche Straßen in der Stadt. In Kraichtal ist das alles ein, zwei Nummern kleiner. Da hetzt die Polizei nur einem Kleinbus hinterher, der nicht über den Highway, sondern in Richtung Weinberge flüchtet. Und der Kleinbus muss auch keine waghalsigen Kehrtwendungen im Gegenverkehr ausführen, denn die Straße ist so eng, dass es reicht, wenn er in der Mitte fährt, um die Polizei auf Abstand zu halten. Am Ende ist es dann wie im Film: Es kracht und die Polizei greift zu.

Der deutlich alkoholisierte Kleinbus-Fahrer fiel am späten Sonntagabend in Kraichtal so sehrauf, dass Bürger das Polizeirevier Bad Schönborn informierten. Die Polizisten nahmen die Fahndung nach dem Autofahrer auf. Bei der Überprüfung der Wohnanschrift in Bahnbrücken näherte sich der 31 Jahre alte Fahrer gegen 22 Uhr mit seinem Kleinbus. Als er die Polizei erkannte. flüchtete er in Richtung Weinberge.

Da 31-Jährige auf Haltezeichen der Polizei nicht reagierte und unbeeindruckt weiterfuhr, wurden weitere Streifenwagen zur Unterstützung hinzugezogen. Während der Verfolgung des Kleinbusses fuhr der Mann bewusst in der Mitte der Fahrbahn, um ein Überholen zu verhindern. Dabei wurde nach Erkenntnissen der Verkehrspolizei Bruchsal auch ein entgegenkommendes silberfarbenes Auto gefährdet, dessen Fahrer ausweichen musste. Erst als sich ein Streifenwagen auf der Straße quer stellte, musste der Fahrer anhalten. Danach legte der Mann den Rückwärtsgang ein und prallte anschließend gegen die Stoßstange eines Streifenwagens.

Der Flüchtige wurde festgenommen und aufs Polizeirevier Bad Schönborn gebracht. Ein Alkoholtest ergab 2,02 Promille. Der Fahrer musste eine Blutprobe und seinen Führerschein abgeben. Da er während der gesamten polizeilichen Maßnahmen sehr aggressiv war, blieb er gleich in Gewahrsam.

Die Polizei sucht nun noch den Fahrer, der von dem Kleinbus gefährdet worden ist. Er kann sich unter Telefon (07251) 726-510 bei der Verkehrspolizei Bruchsal melden. dpa