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Polizisten schirmen die Hamburger Fans nach dem 2:1 Sieg gegen Karlsruhe vom Spielfeld ab. 

Polizei leistet Einsatzstunden-Rekord bei Fußballspielen

Stuttgart (dpa/lsw) - Die baden-württembergische Polizei war in der Saison 2014/2015 rund um Fußballspiele so gefordert wie noch nie. Rund 193 200 Einsatzstunden leisteten die Beamten einem Bericht der «Stuttgarter Nachrichten» (Freitag) zufolge für die Sicherheit bei Begegnungen von der Bundesliga bis zur Oberliga, davon etwa 162 000 bei Partien in den ersten drei Spielklassen - das ist Rekord.

In der Spielzeit 2013/2014 waren es noch knapp 185 000 Einsatzstunden gewesen, davon 155 000 für Begegnungen von der ersten bis zur dritten Liga. Innenminister Reinhold Gall (SPD) bewertete die Einsatzbilanz der Polizei positiv. «Ich bin zufrieden damit, dass die Einsatzbelastung für die Polizei trotz deutlich mehr Spielen nur moderat gestiegen ist», sagte er dem Blatt.

Der polizeiliche Aufwand für Test-, Pokal-, Relegations- und Länderspiele - immerhin 21 475 Stunden - ist in diese Zahlen nicht eingerechnet. Die Kosten für alle Polizeieinsätze bei Fußballspielen belaufen sich nach Informationen des Blatts auf rund elf Millionen Euro.

Rüdiger Seidenspinner von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sprach von einer «hohen personellen Belastung». Die Einsätze seien aber ein stückweit Routine, weil die Beamten gut geschult seien. Baden-Württemberg war in der vergangenen Saison erstmals mit zehn Vereinen in den höchsten drei Spielklassen vertreten. Vor allem durch die Aufstiege des 1. FC Heidenheim (in die zweite Liga) und der SG Sonnenhof Großaspach (in die dritte Liga), aber auch durch die sportlich brisanten Situationen des VfB Stuttgart, des SC Freiburg und des Karlsruher SC war der Aufwand für die Polizei größer geworden.

Insgesamt gab es einen Anstieg an sogenannten polizeirelevanten Spielen von 314 auf 345 Partien. Dennoch sanken die Zahlen der Verletzten (99; 2013/14: 100), der Körperverletzungsdelikte (124; 2013/14: 147), der Freiheitsentziehungen (1078; 2013/14: 1518), der Beleidigungen (121; 2013/14: 127) und der Sachbeschädigungen (28; 2013/14: 53).