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Ein Steinewerfer hat auf der A7 bei Heidenheim einen schlimmen Unfall verursacht. © dpa
29.09.2016

Polizei nimmt nach Steinwurf auf A7 Verdächtigen fest

Heidenheim (dpa/lsw) - Nach dem Steinwurf auf der Autobahn 7 und dem schweren Unfall einer vierköpfigen Familie hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Es bestehe dringender Tatverdacht gegen einen 36-jährigen Mann, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Die Polizei will am Freitag in Ellwangen auf einer Pressekonferenz (10.30 Uhr) über die Ermittlungen informieren. Davor wollte sie keine weiteren Informationen bekanntgeben.

Die 25 Jahre alte Mutter schwebt Tage nach dem Unfall noch immer in Lebensgefahr. Sie saß auf dem Beifahrersitz. Der Zustand des Vaters (33) sowie der beiden 6 und 4 Jahre alten Kinder sei stabil.

Das Auto der Familie war in der Nacht zum Sonntag nahe Heidenheim über den zuvor von einer Brücke geworfenen Stein gefahren und von der Fahrbahn abgekommen. Es überschlug sich mehrmals. Die Familie aus dem Kreis Biberach war auf der Heimreise von einer Familienfeier. Den schlimmen Unfall untersuchte die «Soko Crash» mit rund 20 Beamten.

Der Beton-Pflasterstein stammt den Ermittlern zufolge von einer Baustelle in der Nähe des Unfallorts. Der Täter habe ihn demnach mehrere hundert Meter zu einer Brücke transportiert, dort über das Geländer gehoben und auf die Fahrbahn geworfen. Es gebe zahlreiche Hinweise von Autofahrern, die den Unfall beobachteten.

Erst vor fünf Wochen starb eine deutschen Frau durch einen Betonklotz-Wurf auf einer dänischen Autobahn. Von einer Brücke hatten Unbekannte mehrere Steine auf die Autobahn geworfen. Ein 30 Kilo schwerer Betonklotz traf den Wagen einer dreiköpfigen Familie aus Recklinghausen. Die Frau starb, der Mann wurde schwer verletzt, das fünfjährige Kind blieb unversehrt.

Steinewerfer auf der A8 bei Pforzheim

Auch auf der A8 rund um Pforzheim fliegen zuweilen Steine auf die Fahrbahn. Zum Beispiel zwischen den Anschlussstellen Pforzheim-West und -Nord haben nicht das erste Mal Steinewerfer ihr Unwesen trieben. In unguter Erinnerung ist eine Serie vor einigen Jahren, die über mehrere Wochen ging. Der schlimmste Vorfall ereignete sich, als Unbekannte einen Stein in die Windschutzscheibe eines Autos warfen, dessen Fahrerin in Fahrtrichtung Karlsruhe unterwegs war. Wie durch ein Wunder wurde niemand schwer verletzt.

Am Ende setzte die Staatsanwaltschaft eine hohe Belohnung aus, um die Mauer des Schweigens zu knacken. Doch die Täter wurden von ihren Mitwissern nicht verpfiffen. Im März 2011 wurden zwei Jungs im Alter von zehn und elf Jahren erwischt, die auf der Höhe von Eutingen Stöcke und Steine auf die Autobahn warfen.

Bei verdächtigen Wahrnehmungen sollten aufmerksame Fahrer unbedingt sofort die Notrufnummer 110 wählen. ol

 

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