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Besucher gehen am 3. Oktober über einen Zugang auf das Gelände des Cannstatter Volksfest in Stuttgart. Die Polizei musste am Feiertag wegen Überfüllung das Festgelände am Cannstatter Wasen vorübergehend schließen.
Wasen © dpa
04.10.2014

Polizei sperrt Wasen-Gelände wegen Überfüllung

Stuttgart (dpa/lsw) - Nichts ging mehr auf dem Wasen: Wegen Überfüllung hat die Polizei das Cannstatter Volksfest - das zweitgrößte Volksfest Deutschlands - am Feiertag für einige Zeit geschlossen.

Bei strahlendem Sonnenschein strömten die Menschen am Tag der Deutschen Einheit schon von morgens an zum Festgelände in Stuttgart. Die Besuchermassen, darunter viele Familien, kamen am Nachmittag dann kaum noch voran, auch Schausteller an den Fahrgeschäften schlugen Alarm. «Es waren schlicht zu viele Menschen auf zu wenig Platz», sagte ein Polizeisprecher. Die Zugänge mussten daher aus Sicherheitsgründen dicht gemacht werden.

Am Abend entspannte sich die Situation aber wieder, berichtete der Veranstalter. Schätzungen, wie viele Menschen sich auf dem Wasen drängten, nannte ein Sprecher der Veranstaltungsgesellschaft nicht. Bis zum 12. Oktober dauert das Volksfest, am Eröffnungswochenende Ende September waren rund eine Million Besucher gekommen.

«Diese Situation ist mir aus den vergangenen Jahren nicht bekannt», meinte ein Polizeisprecher zum Besucherandrang. Tumulte oder Verletzte seien ihm aber nicht gemeldet worden. Schlägereien sind auf dem Gelände allerdings nicht ungewöhnlich. «Es ging nichts mehr vor und nicht mehr zurück. Manche Leute werden da panisch», schilderte ein anderer Sprecher der Polizei die Situation.

Die Stadtbahnen fuhren teils nicht mehr bis zum Festgelände, auch für den Autoverkehr wurde neben dem Areal die Zufahrtsstraße für einige Zeit gesperrt. Auf dem Wasen präsentiert sich in diesem Jahr auch das Landwirtschaftliche Hauptfest mit einer großen Agrarausstellung.

«Wir sind froh, dass die Polizei gehandelt hat», sagte der Sprecher des Veranstalters, Jörg Klopfer. Auch wenn womöglich einige Besucher, die nicht zum Festplatz gelangt sind, verärgert seien, die Sicherheit habe Vorrang. Seit der Tragödie bei der Loveparade in Duisburg im Sommer 2010 seien die Sicherheitsauflagen auch sehr hoch. Damals waren 21 Menschen gestorben, Hunderte wurden verletzt.