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Polizei sucht Gespräch mit jungen Rechtsradikalen.
Polizei sucht Gespräch mit jungen Rechtsradikalen © Symbolbild dpa
21.06.2013

Polizei sucht Gespräch mit jungen Rechtsradikalen

Kreis Tübingen. Beamte der Beratungs- und Interventionsgruppe gegen Rechtsextremismus (BIG Rex) des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg haben zusammen mit der Tübinger Kriminalpolizei vor einigen Tagen im Landkreis Tübingen 20 Personen zu Hause besucht.

Bei den Adressaten handelte es sich um junge Frauen und Männer, die mit der rechten Szene sympathisieren, in dieser verkehren, in der Vergangenheit rechtspolitische Veranstaltungen besuchten oder wegen entsprechender Straftaten bereits in Erscheinung getreten waren.

Die begangenen strafbaren Handlungen erstreckten sich von Sachbeschädigungen über das Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole bis hin zu volksverhetzenden Delikten. Die Beratungsteams klärten die überwiegend jungen Menschen in zahlreichen Gesprächen über die Hintergründe, Gefahren des Rechtsextremismus und teilweise einhergehenden negativen Begleiterscheinungen sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich auf. Primäres Ziel dieser Gespräche war es, den oft orientierungslosen jungen Menschen Alternativen und Möglichkeiten eines Ausstiegs aufzuzeigen. Die Teams beantworteten Fragen, wie das Abrutschen in den Rechtsextremismus verhindert werden kann, welche Wege es für Aussteiger gibt, oder auch welche Zukunftsperspektiven nach einem Ausstieg bestehen.

Die Beamten ermunterten ihre Gesprächspartner zum Ausstieg aus der rechten Szene und boten für den Fall der oftmals langwierigen Umorientierung jeweils aktive Hilfestellung an. Ferner ergab sich für die Polizei die Möglichkeit, die Familie und auch den unmittelbaren Freundeskreis der Adressaten zu sensibilisieren. Durch die aktive und persönliche Kontaktaufnahme mit der Zielgruppe sollen Gefährdete vor der Begehung zukünftiger Straftaten bewahrt werden. Die Altersstruktur des angesprochenen Personenkreises bewegte sich zwischen 17 und 47 Jahren, die meisten waren im Alter zwischen 25 und 30. Einige Personen waren nicht gesprächsbereit, andere hingegen hatten sich bereits von der rechten Szene distanziert. Man wollte in der Vergangenheit "Teil einer Gruppe" oder "anerkannt" sein. Oftmals spielte bei delinquentem Verhalten und öffentlichkeitswirksamen Aktionen der Alkoholkonsum auch eine nicht unerhebliche Rolle.

Politische Hintergründe sind erfahrungsgemäß oft nur plakatives Beiwerk und nicht die Hauptmotivation der in den braunen Sog geratenen jungen Menschen. Im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten wird die Polizei diesen Personenkreis auch weiterhin im Auge behalten.

BIG Rex ist unter der Telefonnummer 0711\5401-3600 oder unter

big-rex@polizei.bwl.de erreichbar.