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Wie bändigt man betrunkene, gewalttätige Fußball-Chaoten? Bundes- und Landespolizei haben das Eingreifen gegen Risikofans am Bahnhof Durlach geübt.
Wie bändigt man betrunkene, gewalttätige Fußball-Chaoten? Bundes- und Landespolizei haben das Eingreifen gegen Risikofans am Bahnhof Durlach geübt. © Herlan
20.09.2012

Polizei trainiert: Chaoten am Bahnhof Durlach gebändigt

Kein normaler Fußballfan und schon gar nicht der normale Bahnreisende wünscht sich so ein Szenario herbei, wie es am Donnerstag zwischen 13 und 17 Uhr am Bahnhof Durlach zu erleben war. Und doch muss man damit rechnen, dass gewalttätige Fangruppen auf einem Bahnhof randalieren. Damit das nicht total eskaliert, haben Bundes- und Landespolizei gemeinsam vier Stunden lang am Bahnhof das richtige Vorgehen geübt.

In der Vergangenheit war es in den Reisezügen der Deutschen Bahn AG bundesweit wiederholt zu aggressiven, tätlichen Auseinandersetzungen verfeindeter Fangruppen und zu Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte gekommen. Die hat nicht nur zu Schäden in Millionenhöhe geführt, dies erfordert regelmäßig nicht nur eine starke polizeiliche Präsenz in den Fußballstadien, sondern auch eine polizeiliche Begleitung von Risikofangruppen, welche die Bahnverbindungen zu den Spielorten nutzen.

In der Saison 2011/2012 wurden in Baden-Württemberg in 392 Spielen der 1. bis 3. Bundesliga, Regionalliga und Oberliga insgesamt 285 Personen (hiervon 75 Polizeibeamte), verletzt. Die eingesetzten Polizeibeamten mussten insgesamt über 205.000 Einsatzstunden leisten und gegenüber den Fußballfans rund 920 Freiheitsentziehungen aussprechen.

Die Bahnreisenden mussten am Bahnhof Durlach während der Übung nur geringe Einschränkungen in Kauf nehmen. An der Übung waren etwa 300 Polizeibeamte und rund 60 Beobachter unterschiedlicher Polizeibehörden, Gerichte, Kommunen und der Deutschen Bahn AG beteiligt. In einer ersten Analyse des Übungsverlaufes konnten bereits wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, die zukünftig bei derartigen Szenarien in die polizeiliche Arbeit mit einfließen werden.

Sowohl Landespolizei als auch Bundespolizei sind mit den Ergebnissen ihrer gemeinsamen Übung sehr zufrieden. „Die Zusammenarbeit beider Polizeibehörden in einer simulierten ad-hoc-Situation, sowie die Alarmierung der Einsatzkräfte, verlief reibungslos!“, sagte der für die Übung verantwortliche Leiter der Bundespolizeidirektion Karlsruhe, Polizeioberrat Christian Moser. pol