nach oben
Wegen 25 Cent eskalierte in einem Linienbus ein Streit zwischen Busfahrer und einer jungen Frau.
Wegen 25 Cent eskalierte in einem Linienbus ein Streit zwischen Busfahrer und einer jungen Frau. © Kurtz
12.01.2012

Polizeieinsatz wegen 25 Cent: Streit im Bus eskaliert

Aalen. Was kann man eigentlich noch für 25 Cent kaufen? Ein Päckchen Streichhölzer. Oder einen Joghurt im Supermarkt, wenn der Tag des Verfalldatums erreicht ist. Und genau diese Summe ließ in Aalen eine Auseinandersetzung zwischen einem Busfahrer und einer Mitfahrerin derart eskalieren, dass die Polizei den Streit schlichten musste, um größere Sach- und Personenschäden zu vermeiden und die Weiterfahrt des Linienbusses zu ermöglichen.

Mittwochnachmittag gegen 16 Uhr in Aalen. Ein 21-jährige Frau steigt in einen Linienbus ein. Versehentlich tippt der Fahrer beim Kassieren ein falsches Fahrziel ein. Hierdurch hatte sich der Fahrpreis, den die junge Frau bezahlen musste, um 25 Cent erhöht. Obwohl die Buskundin auf die Fehleingabe aufmerksam machte, behielt der 45-jährige Fahrer den Mehrbetrag ein.

Seine Begründung: Fehlbeträge müssten beim Busunternehmen direkt eingefordert werden, andernfalls würde er als Fahrer dafür haftbar gemacht. Das dürfte so weit korrekt gewesen sein. Aber die Frau wollte diesen Umstand nicht hinnehmen. Allein schon die möglichen Telefonate zur Klärung des Falles mit dem Busunternehmen hätten die 25-Cent-Marke überschreiten. Und eine Beschwerde per Post hätte allein schon für die Briefmarke das Doppelte des Fehlbetrags gekostet.

So bezichtigte die 21-Jährige in ihrer Wut den Fahrer als Betrüger. Der quittierte diesen Wutausbruch ebenfalls mit einer Beleidigung. Das wenig erbauliche, wohl auch etwas laut geführte Gespräch nahm dann an der nächsten Haltestelle eine handgreifliche Wendung. Der Streit eskalierte, als die junge Frau ihre 25 Cent selbst aus der Kasse nehmen wollte und der Busfahrer sie daran hinderte. Sie verweigerte die Angabe ihrer Personalien. Er verwehrte ihr deshalb das Aussteigen. Darauf hin drohte sie, sich den Weg mit dem Nothammer frei zu schlagen.

Festgefahren in dieser Situation verlangten schließlich beide nach der Polizei, der es dann mit den einstudierten Deeskalationsmethoden gelang, die brenzlige Situation zu entschärfen. Die 25 Cent wurden der jungen Frau übrigens nicht ausbezahlt; sie muss sich diesbezüglich tatsächlich an das Busunternehmen wenden. Immerhin: Es ist kein Blut geflossen und keine Scheibe mit dem Nothammer eingeschlagen worden. pol/tok

Leserkommentare (0)