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20.11.2015

Polizeigewerkschaft fordert bessere Ausrüstung - Helme für alle

Stuttgart. Nicht genug Schutzwesten und Helme - und das in Zeiten mit angespannter Sicherheitslage? Die Gewerkschaft beklagt sich.

Polizisten in Großeinsätzen müssen nach Überzeugung der Deutschen Polizeigewerkschaft dringend besser ausgerüstet werden. Drei Mitglieder einer Alarmhundertschaft müssten sich einen Körperschutz und einen Helm teilen, kritisierte der neue Landeschef der Gewerkschaft, Ralf Kusterer, am Freitag in Stuttgart. Eine ausreichende Ausstattung würde etwa fünf Millionen Euro kosten. «In dieser gefährlichen Zeit ist das ein Muss», sagte der Nachfolger von Joachim Lautensack. Auch bei der Technik gebe es Nachholbedarf - von veralteten Funkgeräten bis zum Mangel an Fahrzeugen.

Nach Worten von Innenminister Reinhold Gall (SPD) sind die erforderlichen Ausstattungsmittel allerdings bereits freigegeben, aber noch nicht gänzlich ausgegeben. «Das werden wir in Kürze erledigt haben.» Den von der Gewerkschaft diagnostizierten Handlungsbedarf bei Personal und Ausrüstung sehe er nicht. Die Landesregierung habe der Polizei in der auslaufenden Legislaturperiode 800 Millionen Euro mehr bereitgestellt als in der vergangenen. Er betonte: «Unsere Polizei gehört zu den am besten ausgestatteten und ausgebildeten in Deutschland und ganz Europa.»

Die Pläne Galls, 2017 und 2018 jeweils 1400 Anwärter einzustellen, reichen aus Sicht von Kusterer nicht aus. Die meisten dieser Stellen glichen gerade einmal die Abgänge wegen Pensionierung aus. «1500 neue Beamte zusätzlich sind notwendig», forderte der 53-Jährige aus Pforzheim. Fraglich sei aber, ob man überhaupt noch genug Interessenten für den Beruf finde, sagte er mit Blick auf beengte Wohnverhältnisse in den Polizeischulen und die Absenkung der Eingangsbesoldung.