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© dpa
23.02.2011

Polizist getötet: 12 Jahre Haft für Hells Angel gefordert

KOBLENZ. Für den tödlichen Schuss auf einen Polizisten in Rheinland-Pfalz will die Staatsanwaltschaft einen Rocker zwölf Jahre hinter Gitter schicken. Das 44-jährige Mitglied der Hells Angels habe sich des Totschlags schuldig gemacht, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Koblenz. Der Angeklagte hatte vor einem Jahr durch die teils verglaste Tür seines Hauses in Anhausen auf den Beamten eines Sondereinsatz-Kommandos gefeuert.

Das SEK war für eine Hausdurchsuchung angerückt. Der Angeklagte hatte im Prozess die Schüsse eingeräumt. Er habe jedoch einen Eindringling und nicht die Polizei vor der Tür vermutet. Er erklärte, zuvor eine Warnung gerufen zu haben. Das bezweifelte allerdings der Staatsanwalt. Die anderen SEK-Männer wollten bei dem Einsatz am frühen Morgen nichts gehört haben.

Der Staatsanwalt billigte dem Angeklagten zwar zu, dass er in der Situation eine Gefahr für sich und seine Lebensgefährtin befürchtete. Notwehr schloss er aber aus.  Der Staatsanwalt betonte auch, der 44-jährige sei sich als Besitzer eines Waffenscheins der Wirkung seiner großkalibrigen Waffe bewusst gewesen.

Der Rocker hatte aus einer Distanz von rund 2,50 Metern geschossen. Das Geschoss traf den 42-jährigen SEK-Beamten am linken Oberarm und drang danach von der Seite in den Brustkorb ein. Damit wurde in Rheinland-Pfalz erstmals seit 25 Jahren ein Polizist im Dienst getötet. Das Urteil wird kommenden Montag erwartet.