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Gelbe Markierungsspuren der Spurensicherung zeigen an, wo ein 33-Jähriger im Stuttgarter Stadtteil Hallschlag einen Messerangriff auf einen Polizisten wagte. Zwei Polizeibeamte mussten sich mit Schüssen wehren.
Gelbe Markierungsspuren der Spurensicherung zeigen an, wo ein 33-Jähriger im Stuttgarter Stadtteil Hallschlag einen Messerangriff auf einen Polizisten wagte. Zwei Polizeibeamte mussten sich mit Schüssen wehren. © dpa
10.07.2016

Polizist zu Tiefgarage gelockt und niedergestochen - Schüsse auf Angreifer

Stuttgart. Ein Polizist ist in Stuttgart bei einem Einsatz mit einem Messer attackiert und schwer verletzt worden. Der 25-Jährige musste sich zusammen mit einem Kollegen mit mehreren Schüssen gegen den Angriff wehren, wie ein Polizeisprecher am Sonntag sagte. Dabei wurde der 33 Jahre alte Angreifer lebensgefährlich verletzt.

Die Polizeistreife wurde demnach gegen 5 Uhr unter einem Vorwand an den Tatort gelockt. Der spätere Angreifer hatte bei der Polizei angerufen, weil er angeblich verdächtige Geräusche aus einer Tiefgarage gehört hätte. Daraufhin war die Streife dorthin gefahren - und wurde von dem 33-Jährigen auf der Straße angegriffen.

Beide Verletzten kamen am Samstagmorgen in Krankenhäuser. Die Polizei ermittelt gegen den 33-Jährigen nun wegen versuchter Tötung. Nach derzeitigen Ermittlungen waren die Schüsse der Polizisten gerechtfertigt. Details zum Motiv und zur Tatwaffe konnte der Sprecher zunächst nicht nennen.

Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums 3929 Fälle von Gewalt gegen Polizisten. In den meisten Fällen handelte es sich um Körperverletzung und Widerstandsdelikte. Erst im April hatte ein 55-Jähriger einem Polizisten in Karlsruhe mit einem Messer in den Oberschenkel gestochen.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) hatte erst kürzlich angekündigt, sich für einen besseren Schutz von Polizisten einzusetzen. «Wir denken über ein ganzes Bündel von Maßnahmen nach, um unsere Polizistinnen und Polizisten besser zu schützen», sagte Strobl damals. «Ein Angriff gegen einen Polizisten ist im Grunde ein Angriff gegen diese Gesellschaft. Denn er ist im Dienst dieser Gesellschaft und schützt die Menschen vor Gewalt, Kriminalität und Verbrechen.»

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) meldete sich besorgt zu Wort. Die Hemmschwelle bei der Gewalt gegen Ordnungshüter sinke, auch deshalb sollten solche Taten härter bestraft werden, forderte die Gewerkschaft. «Zum Glück wurde unser Kollege nicht lebensgefährlich verletzt, aber das hätte leicht anders ausgehen können», sagte DPolG-Landeschef Daniel Jungwirth. Schüsse auf Menschen seien «eine enorme psychische Belastung für die beteiligten Polizisten».

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