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08.10.2015

Polizisten im Ruhestand sollen in Flüchtlingskrise aushelfen

Zur Bewältigung der Flüchtlingskrise holen die Regierungspräsidien im Südwesten Pensionäre aus dem Ruhestand zurück. Auf eine Anfrage des Stuttgarter Regierungspräsidiums hätten sich bisher 40 Pensionäre gemeldet, teilte die Behörde der Deutschen Presse-Agentur mit.

Von November an sollen die ehemaligen Mitarbeiter in der Landeserstaufnahmestelle in Ellwangen (Ostalbkreis) eingesetzt werden. «Hier benötigen wir dringend Unterstützung bei der Registrierung der Flüchtlinge», schreibt die Behörde.

Auch die Regierungspräsidien Freiburg und Karlsruhe suchen Rentner, die in der Flüchtlingskrise mithelfen können. Auf entsprechende Rundschreiben hätten sich bislang 34 Polizei-Pensionäre gemeldet, hieß es bei der Behörde in Freiburg. Im Bereich des Regierungspräsidiums Karlsruhe sind bereits 13 ehemalige Polizisten im Einsatz. Sie arbeiten in der Regel mit 40 Prozent bis 50 Prozent der normalen Arbeitszeit.

Beim Unterrricht für Flüchtlingskinder im Südwesten sollen zudem ehemalige Lehrer eingesetzt werden. Das Kultusministerium rechnet mit rund 30 000 schulpflichtigen Kindern aus anderen Ländern, die in diesem Jahr nach Baden-Württemberg kommen, wie ein Sprecher kürzlich in Stuttgart sagte. Ursprünglich war das Land von halb so vielen ausgegangen und hatte einen Bedarf von rund 560 zusätzlichen Lehrern genannt. Nun müssten weitere 400 bis 500 dazukommen.

Auch in anderen Bundesländern sollen Pensionäre zur Bewältigung der Flüchtlingskrise eingesetzt werden: So hat beispielsweise Hessen bisher rund 110 Polizeibeamte aus dem Ruhestand zurückgeholt. Nach Angaben des hessischen Innenministeriums erledigen sie Aufgaben in der Verwaltung.

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