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Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger, sitzt in der Osternacht am 26.03.2016 im Münster in Freiburg (Baden-Württemberg) von Kerzen beleuchtet auf seinem Bischofsstuhl. Mehrere hundert Gläubige gedenken an die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.
Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger, sitzt in der Osternacht am 26.03.2016 im Münster in Freiburg (Baden-Württemberg) von Kerzen beleuchtet auf seinem Bischofsstuhl. Mehrere hundert Gläubige gedenken an die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. © dpa
27.03.2016

Predigten gegen Terror: "Ostern kann nicht weggebombt werden"

Zum Osterfest haben die Bischöfe in Baden-Württemberg zu einem menschlicheren Miteinander aufgerufen. In ihren Predigten wendeten sie sich gegen Terror und Gewalt. Die Osterbotschaft nimmt Christen nach Ansicht des Freiburger Erzbischofs Stephan Burger in die Pflicht, sich für andere einzusetzen. Die Botschaft könne «durch nichts und niemanden weggebombt werden», sagte der Erzbischof am Sonntag im Freiburger Münster nach einem vorab verbreiteten Manuskript. «Diese Botschaft kennt keine Unterschiede nach Herkunft oder Volkszugehörigkeit. Und sie endet auch nicht an Stacheldrahtzäunen und Staatsgrenzen.»

«Wer an die vielen Opfer von Gewalt und Terror denkt, wer sich wie jüngst die Bilder aus Brüssel in Erinnerung ruft, wer die Massengräber sieht, die in den vergangenen Jahrhunderten Ergebnis unzähliger Kriege und Schlachten waren, wer die Not und Verzweiflung der gegenwärtigen Flüchtlingsströme bedenkt, auch die der vielen Binnenflüchtlinge in Syrien, in Afrika, ja weltweit, der mag sich schon fragen, ob es für alle überhaupt gut ausgehen kann», betonte Burger. Aber die Osterbotschaft richte sich an alle, die guten Willens seien, und verändere immer noch die Welt.

Das Christentum sei durch den Osterglauben eine solidarische Gemeinschaft geworden, «die wir auch heute so notwendig brauchen, damit unsere Gesellschaft nicht zersplittert und Europa nicht in alte Nationalismen zerfällt», hatte Burger bereits in seiner Predigt in der Osternacht verkündet. Viele Menschen seien zutiefst verunsichert, hätten Angst und schauten skeptisch in die Zukunft.

«Die Osterkerze steht in der Mitte der Kerzen, die auf dem Marktplatz in Brüssel für die Opfer von Terror und Gewalt brennen», betonte der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst in seiner Predigt am Ostersonntag. Die Verletzlichkeit der Menschen werde durch den Terror der vergangenen Tage erneut deutlich. Ostern aber könne «Ängste lösen und zu neuer Freiheit ermächtigen». Der Bischof forderte zudem, die Menschen an der griechisch-mazedonischen Grenze nicht in ihrer Verzweiflung zu lassen.

«Ostern ist ein Bekenntnis gegen Hass und Gewalt, gegen Terror und Krieg», betonte der württembergische Landesbischof Frank Otfried July am Ostersonntag laut einem vorab verbreiteten Redemanuskript. Die Schockstarre, die Unmenschlichkeit, Grausamkeit und Gewalt hervorriefen, löse sich angesichts der Botschaft vom auferstandenen Christus. In dem Ostergottesdienst in der Stuttgarter Stiftskirche sollten nach Angaben der Evangelischen Landeskirche auch acht Flüchtlinge getauft werden. «Die Täuflinge – sieben Männer und eine Frau – stammen aus Syrien und dem Irak. Sie sind zwischen 26 und 50 Jahre alt», teilte die Kirche mit.