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© Symbolbild dpa
12.06.2018

Priester soll Kirche um mehr als 260 000 Euro betrogen haben

Mannheim. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat Anklage gegen einen katholischen Priester der Erzdiözese Freiburg erhoben, der die Kirche um knapp 262 500 Euro gebracht haben soll.

Dem Geistlichen werden Betrug, Untreue und Urkundenfälschung in knapp 90 Fällen zur Last gelegt, teilte die Behörde am Dienstag mit. Als ehrenamtlicher Mitarbeiter eines Caritasverbandes habe er dem Verband fingierte Rechnungen über angebliche Leistungen im IT-Bereich gestellt und diese auch selbst genehmigt. Zudem habe er nicht entstandene Auslagen und Spesen abgerechnet sowie Geld der Kirche und angebliche Spenden für private Zwecke kassiert. Einen Großteil des Geldes habe der Mann für sich selbst verwendet.

Er sitze seit Dezember vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Angeklagt sei er vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Mannheim. Einen Termin für einen möglichen Prozess gebe es noch nicht, sagte eine Sprecherin der Anklagebehörde.

Den Ermittlungen zufolge hat der Geistliche neben dem Caritasverband eine Ordensgemeinschaft sowie ein Pfarramt betrogen. Unter anderem habe er Geld für ein Projekt der Caritas in Spanien kassiert. Doch dieses habe es gar nicht gegeben.

Die Erzdiözese selbst war im vergangenen Herbst mit einer Finanzaffäre in die Schlagzeilen geraten. Sie hatte eingeräumt, Beiträge von Beschäftigten zur gesetzlichen Rentenversicherung über viele Jahre hinweg nicht korrekt abgeführt zu haben. Es drohen möglicherweise Nachforderungen in dreistelliger Millionenhöhe. Als Reaktion auf die Affäre hat die Diözese angekündigt, ihre Finanzen gründlich unter die Lupe zu nehmen.