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Totschlag und sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen wird einem Schlosser vor dem Landgericht Heilbronn vorgeworfen. Er soll eine 15-jährige nach dem Sex erwürgt haben.
Totschlag und sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen wird einem Schlosser vor dem Landgericht Heilbronn vorgeworfen. Er soll eine 15-jährige nach dem Sex erwürgt haben. © Symbolbild: dpa
03.05.2013

Prozess: Schlosser soll Tochter der Freundin nach Sex erwürgt haben

Heilbronn (dpa/lsw) - Weil er die 15-jährige Tochter seiner Lebensgefährtin nach dem Sex erwürgt hat, muss sich seit Freitag ein 33-Jähriger vor dem Landgericht Heilbronn verantworten. Der Angeklagte legte zum Auftakt des Verfahrens ein Geständnis ab.

Er bereue zutiefst sein Verhalten, erklärte der Anwalt. Seinem Mandanten sei bewusst, dass es für die Tat keine Entschuldigung gebe. Die Anklage legt dem Mann Totschlag und sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen zur Last. Die Mutter hatte ihm ihre Tochter Jasmin zur Erziehung und zu Betreuung anvertraut.

Zwischen dem Angeklagten und dem Mädchen soll es Ende 2012 in der gemeinsamen Wohnung in Steinheim an der Murr (Kreis Ludwigsburg) zu mutmaßlich «einvernehmlichen sexuellen Handlungen» gekommen sein. Danach habe der Mann die Jugendliche, die auf dem Sofa lag, erwürgt. Das Mädchen war aufgrund von schulischen Problemen im vergangenen August von Oldenburg nach Baden-Württemberg gezogen. Sie habe den Angeklagten als «Vaterersatz» anerkannt, berichtete die Staatsanwältin. Er habe für das Mädchen finanziell gesorgt.

Der Mann äußerte sich nur über den Anwalt zu der Tat. Das Motiv des Verbrechens wurde am ersten Verhandlungstag nicht thematisiert. Der geschiedene Angeklagte machte nach seinem Hauptschulabschluss eine Lehre als Kraftfahrzeugmechaniker und kam später in den Südwesten, um zu arbeiten. Seine Lebensgefährtin mit ihren Kindern wohnte weiterhin in Oldenburg. Das Verhältnis zu der Frau sei gut gewesen, erklärte der Anwalt des Angeklagten. Es sei einvernehmlich zu sexuellen Handlungen zwischen dem Mädchen und dem Angeklagten gekommen.

Der Mann war nach der Tat alkoholisiert und mit einer stark blutenden, aber nicht lebensbedrohlichen Schnittverletzung bei einem Nachbarn aufgetaucht. Dieser brachte ihn in ein Krankenhaus. Offenbar hatte der Angeklagte versucht, sich nach der Tötung des Mädchens selbst das Leben zu nehmen. Weil die Stieftochter nicht erreichbar war, wurde die Polizei eingeschaltet. Diese fand dann wenig später das tote Mädchen nackt in der gemeinsamen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. «Nachbarn hatten beide für ein Liebespaar gehalten», berichtete eine Polizistin.

Der 33-Jährige wurde noch in der Klinik festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Das Urteil wird am 26. Juli erwartet.