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Familie mit mutmaßlicher Haus-Sklavin bereits vorbestraft.
Familie mit mutmaßlicher Haus-Sklavin bereits vorbestraft © dpa
12.10.2011

Prozess im Haussklavinnen-Fall startet am 1. Dezember

Der Haussklavinnen-Fall aus dem badischen Haßmersheim wird vom 1. Dezember an vor dem Landgericht Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) verhandelt. Dies sagte eine Gerichtssprecherin der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage.

Für den Prozess sind bislang vier Verhandlungstage angesetzt und 13 Zeugen geladen, darunter viele Polizisten, aber auch die betroffene Frau. Die meisten Zeugenvernehmungen sind für den dritten Verhandlungstag geplant.

Die Staatsanwaltschaft wirft einem Ehepaar, das eine junge Frau als Haussklavin gehalten haben soll, gemeinschaftliche Geiselnahme vor. Die Familie soll die 20-Jährige aus Würzburg rund ein Jahr lang eingesperrt, misshandelt und gedemütigt haben.

Die Staatsanwaltschaft geht nach früheren Angaben davon aus, dass die junge Frau fortwährend von einem Familienmitglied überwacht wurde. Sie sei zur Hausarbeit gezwungen worden. Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass die Frau freiwillig zu der Familie zog, dann jedoch mit Gewalt festgehalten wurde. Das Opfer war durch ein geöffnetes Fenster geflohen und hatte sich mit Hilfe von Bekannten bei der Polizei gemeldet.

Der 51 Jahre alte Mann und seine 45 Jahre alte Ehefrau sitzen in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft legt dem Familienvater gleichfalls sexuelle Nötigung zur Last. Das Verfahren gegen den Sohn wurde abgetrennt.