nach oben
Am Mittwoch wird das Urteil im Prozess um die psychischen Folgen eines Lehrers aufgrund des Amoklaufs von Winnenden erwartet.
Prozess um psychische Folgen des Amoklaufs von Winnenden © dpa
04.08.2010

Prozess um psychische Folgen von Amoklauf

STUTTGART. Ein Lehrer will den Amoklauf von Winnenden als Dienstunfall anerkannt bekommen, obwohl er bei der Bluttat im März 2009 nicht an der Albertville-Realschule war. Das Stuttgarter Verwaltungsgericht verhandelt am Mittwochvormittag über die Anerkennung als Dienstunfall, ohne die der Lehrer eine geplante Rehabilitation nicht antreten kann.  

Der Pädagoge lag zum Zeitpunkt der Tragödie im Krankenhaus. Bei ihm wurde nach Angaben des Gerichts eine akute Belastungsreaktion und eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert. Das Regierungspräsidium Stuttgart erkannte den Dienstunfall zunächst an. Später widerrief das Präsidium seine Entscheidung, weil die psychischen Probleme des Mannes nicht in Ausübung seines Dienstes aufgetreten seien.

Der Kläger argumentiert hingegen, dass er trotz der räumlichen Distanz eine tiefe emotionale Bindung zu seinen Schülern empfunden habe. Wegen seines jahrzehntelangen Dienstes in der Schule habe ihn der Amoklauf krank gemacht, deshalb sei es ein Dienstunfall gewesen. Weil das Regierungspräsidium den Dienstunfall nicht anerkannt habe, habe er die geplante Rehabilitation in einer Klinik nicht antreten können. Am Nachmittag wird das Urteil erwartet.