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© Symbolbild: Seibel
06.10.2011

Psychisch Kranker sticht mit Messer auf Polizisten ein

ETTLINGEN. Die getragene Schutzkleidung hat am frühen Donnerstagmorgen nach Polizeiangaben einen 30 Jahre alten Polizeikommissar des Fachdienstes Notruf bei einem Einsatz in Ettlingen vor wohl schwersten Stichverletzungen bewahrt.

Ein offenbar psychisch kranker 25 Jahre alter Mann hatte die Polizei gegen 02.30 Uhr über die Notrufnummer 110 angerufen und konkrete Selbsttötungsabsichten geäußert. Beamte des Ettlinger Polizeireviers waren deshalb kurz darauf an seiner Wohnung, einer Arbeiterunterkunft am Runden Plom, erschienen. Dabei konnten sie den Anrufer von außen her durch ein Fenster erkennen. Als dann ein zweiter Mann an dem Fenster erschien und den Beamten Zeichen geben wollte, wurde dieser von dem 25-Jährigen äußerst gewaltsam weggestoßen. Zugleich konnten die Polizisten in der Hand des Mannes ein Messer ausmachen.

Aufgrund der offensichtlichen psychischen Ausnahmesituation des Anrufers und der überaus ernstzunehmenden Gefahren für den offensichtlich gegen seinen Willen festgehaltenen Mann entschlossen sich die Beamten schließlich zum sofortigen Einsatz eines Zugriffstrupps.

Da auf Klingeln nicht geöffnet wurde, drangen die speziell geschulten Polizeibeamten wenig später unter Einsatz einer Ramme in die Wohnräume ein. Mit Hilfe eines Schutzschildes drängte der Polizeikommissar den 25-Jährigen, der ein Küchenmesser in Händen hielt, auf ein Bett zurück. Von Beginn der Maßnahme an stach der junge Mann immer wieder auf den Polizisten ein. Dabei agierte der Kranke mit solcher Kraft, dass die Klinge des Messers an der Schutzkleidung abbrach. Letztlich gelang es den eingesetzten Beamten, den wild um sich tretenden und schlagenden Mann mit vereinten Kräften zu überwältigen und mit Handschließen zu fesseln.

Die von dem 25-Jährigen festgehaltene Person, bei der es sich um einen 29 Jahre alten Mitbewohner handelte, hatte vor und während der polizeilichen Maßnahmen in einer Ecke gekauert und blieb unverletzt.

Der 30 Jahre alte Polizeibeamte erlitt durch einen an der Schutzkleidung abprallenden Messerstich Abschürfungen an der Schläfe sowie durch Tritte und Schläge Prellungen an Knie, Unterarmen und Händen.

Der wegen Drogendelikten polizeilich bereits in Erscheinung getretene Festgenommene wurde ebenfalls leicht verletzt. Er kam zunächst auf die geschlossene Abteilung einer Fachklinik und musste sich dort auch einer Blutentnahme unterziehen.

Während die von der Kriminalaußenstelle Ettlingen geführten weiteren Ermittlungen zum genauen Ablauf und den Hintergründen des Geschehens noch andauern, beantragt die Staatsanwaltschaft Karlsruhe gegen den 25-Jährigen wegen dringenden Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes und weiterer Straftaten einen Unterbringungsbefehl. Nach dessen Erlass ist die Einlieferung des Mannes in einer geschlossenen Einrichtung vorgesehen.