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Symbolbild: Monika Haas widersprach vor dem Oberlandesgericht Stuttgart Angaben des früheren RAF-Mitglieds Peter-Jürgen Boock, der als wichtigster Zeuge der Anklage gilt.
RAF-Prozess: Monika Haas widerspricht © dpa Symbolbild
29.03.2012

RAF-Prozess: Monika Haas widerspricht

Stuttgart (dpa) - Im RAF-Prozess gegen Verena Becker um den Anschlag auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback hat am Donnerstag die Vernehmung der ehemaligen Terrorhelferin Monika Haas begonnen. Haas widersprach vor dem Oberlandesgericht Stuttgart Angaben des früheren RAF-Mitglieds Peter-Jürgen Boock, der als wichtigster Zeuge der Anklage gilt.

Boock hatte im Prozess ausgesagt, er sei auf dem Weg zu einem terroristischen Ausbildungslager im Jemen von Verena Becker am Flughafen in Aden begrüßt worden. In einem Ermittlungsverfahren gegen Monika Haas hatte er im Jahr 1994 noch gesagt, er erinnere sich deutlich, dass diese bei seiner ersten Ankunft in Aden zum Jahreswechsel 1976/1977 am Flughafen gestanden habe. Er habe das Bild noch vor Augen.

Haas sagte am Donnerstag, sie habe weder Boock noch andere RAF-Mitglieder vom Flughafen abgeholt. Sie habe Boock erstmals im Jahr 1978 in Aden getroffen. Er sei unter anderem mit der damaligen RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt aus Joguslawien angereist. Haas erledigte nach eigenen Angaben einmal in der Woche Einkäufe für Boock.

Die Verteidigung hatte die 63-jährige Haas als Zeugin laden lassen, um Boocks Glaubwürdigkeit zu erschüttern. Die Anklage gegen Verena Becker wegen Mittäterschaft am Mord an Buback und seinen zwei Begleitern am 7. April 1977 basiert zu wesentlichen Teilen auf seinen Angaben.

Monika Haas war 1998 wegen ihrer Beteiligung an der Entführung der Lufthansa-Maschine «Landshut» im Jahr 1977 zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Sie soll dem palästinensischen Entführungskommando Waffen und Sprengstoff übergeben haben. Haas bestreitet das bis heute.