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Bei einem Wohnungsbrand in Bruchsal ist ein Mann ums Leben gekommen. Die Kriminalpolizei ermittelt die Brandursache.  Foto: Aaron Klewer/Einsatz-Report24 
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Bei einem Wohnungsbrand in Bruchsal ist ein Mann ums Leben gekommen. Die Kriminalpolizei ermittelt die Brandursache.  Foto: Aaron Klewer/Einsatz-Report24 

Rätsel um Wohnungsbrand: Hat Bewohner das Feuer gelegt und sich selbst getötet?

Bruchsal. Ein mysteriöser Wohnungsbrand beschäftigte in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Einsatzkräfte in Bruchsal und am Sonntagmorgen auch die Brandermittler der Kriminalpolizei. Laut Nachbarn, so berichtet es ein Fotograf einer Bild- und Videoagentur, soll ein Mann eine DDR-Flagge am Fenster gehisst haben, worauf es kurz danach einen Knall gegeben habe und die Wohnung im Nu lichterloh in Flammen gestanden sei. Der Mann kam bei dem Brand zu Tode.

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Brand in Bruchsal fordert einen Toten

Nachbarn verständigten gegen 23 Uhr die Rettungskräfte, nachdem sie Rauch aus den Fenstern im zweiten Obergeschoss des Hauses an der Straße Silberhölle dringen sahen. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte war bereits eine starke Rauchentwicklung sichtbar. Im zweiten Obergeschoss eines Mehrfamilien-Wohnblocks brannte es in voller Ausdehnung.Der erste Angriffstrupp nahm unter Atemschutz über das Treppenhaus ein C-Rohr ins Gebäude mit. Die verschlossene Wohnungstür musste aufgebrochen werden. Hier stellte sich heraus, dass diese verbarrikadiert war und kein Durchkommen möglich ist.

Parallel wurde über die Drehleiter unter Atemschutz mit einem weiteren C-Rohr die Brandbekämpfung von außen vorgenommen. Vom Einsatzleiter wurden daraufhin die Abteilungen Heidelsheim, Obergrombach und Untergrombach hinzu gerufen. Ebenfalls wurde die Drehleiter aus Bad Schönborn mit einem Löschfahrzeug alarmiert. Die Bewohner im betroffenen Haus konnten von der Feuerwehr geweckt und sicher ins Freie gebracht werden. Das Nebengebäude wurde vorsorglich ebenfalls geräumt. Eine Bewohnerin hatte Rauchgase inhaliert und wurde vom Rettungsdienst vor Ort ambulant versorgt.

Das Feuer entwickelte sich rasend schnell in der Wohnung und erreichte die Rückseite des Gebäudes. Mit zwei weiteren C-Rohren wurde die Brandbekämpfung von außen vorgenommen. Hier kam die Drehleiter aus Bad Schönborn zum Einsatz. Mit mehreren Atemschutztrupps wurde der Dachboden des Gebäudes durchsucht und durchbrechende Flammen abgelöscht. Trotz massivem Wassereinsatz waren die Flammen nur schwer zu löschen. Immer wieder waren kleine Explosionen in der Brandwohnung zu hören.

Zur Sicherung des Grundschutzes wurden die Abteilungen Büchenau und Helmsheim zur Besetzung des Feuerwehrhauses in Bruchsal alarmiert. Die Feuerwehren Karlsdorf-Neuthard und Forst nahmen ebenfalls eine Bereitschaft in ihren Feuerwehrhäusern auf, um eventuelle Folgeeinsätze im Bruchsaler Gebiet abarbeiten zu können. Zur Unterstützung an der Einsatzstelle wurde eine weitere Drehleiter aus Stutensee mit einem Löschfahrzeug und zwei weitere Fahrzeuge aus Ubstadt-Weiher hinzu gerufen.

Da der Dachstuhl durch herausschlagemde Flammen bereits in Mitleidenschaft gezogen wurde, musste mit Einreißhaken die Dachhaut von den Drehleitern aus geöffnet werden. Um die Flammen in der Wohnung zu bezwingen war ein massiver Wassereinsatz nötig. Aufgrund der Barrikaden an der Wohnungstür und den Fenstern war ein Eindringen in die Wohnung erst nach Sichtung der Lage von der Polizei möglich. Diese hat noch in der Nacht die Ermittlungen an der Einsatzstelle aufgenommen.

Die anderen Wohnungen im Gebäude sind durch den massiven Brandrauch und das Löschwasser vorerst unbewohnbar. Die Bewohner konnten teilweise bei Bekannten oder von der Stadt organisierten Unterkünften die Nacht verbringen. Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, Bürgermeister Andreas Glaser und Ordnungsamtsleiterin Jessica Deutsch machten sich vor Ort ein Bild über die Lage. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Bertram Maier verfolgte das Einsatzgeschehen. Die betroffenen Bewohner wurden vom Rettungsdienst betreut und versorgt. Der Rettungsdienst war unter dem Organisatorischen Leiter Marcello Marongiu mit einem Notarzteinsatzfahrzeug, zwei Rettungswagen, der Schnelleinsatzgruppe Bruchsal und der Bereitschaft Bruchsal mit 21 Einsatzkräften vor Ort.

Unter dem Einsatz von vielen Atemschutztrupps wurden die Nachlöscharbeiten und Belüftungsmaßnahmen durchgeführt. Immer wieder aufglimmende Glutnester mussten in der Brandwohnung abgelöscht werden. Mit Wassersaugern wurde das angesammelte Löschwasser in den unteren Stockwerken abgepumpt und nach außen befördert. Gegen 7:00 Uhr konnte die Einsatzstelle von der Feuerwehr verlassen werden. Um 10:30 Uhr fand eine Nachschau an der Brandstelle statt um sicherzugehen letzte Glutnester gefunden zu haben.

Die Feuerwehr war unter der Leitung des stellvertretenden Feuerwehrkommandanten Holger Kling mit 100 Einsatzkräften im Einsatz. Weitere 30 Einsatzkräfte stellten die Bereitschaften für den Grundschutz über die Einsatzdauer sicher.

In der komplett zerstörten Wohnung, in der der Brand ausbrach, wurde schließlich die Leiche eines Mannes gefunden. Die Identität des Toten ist derzeit noch unklar, es wird aber davon ausgegangen, dass es sich um den 53-jährigen Bewohner handelt. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hat dieser das Feuer selbst gelegt und nach dessen Ausbruch Suizid begangen. Gegebenenfalls muss eine Obduktion zur Identifizierung des Toten beziehungsweise auch zur Todesursache Klarheit verschaffen.

Die Schadenshöhe wird derzeit auf einen mindestens sechsstelligen Betrag geschätzt. Kriminalpolizei Bruchsal und Staatsanwaltschaft Karlsruhe übernahmen die weiteren Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung.