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25.04.2010

Rasende Erlkönige: Autobahn als Teststrecke?

Die nächtliche Todesfahrt des getarnten Prototyps von Mercedes auf der A81, bei der ein junger Mann den Tod fand, wirft Fragen auf. Wird die Autobahn als Teststrecke für rasende Erlkönige missbraucht? Für die Polizei gehören Zwischenfälle mit solchen Prototypen auf diesem A81-Abschnitt wie auf der A5 zwischen Frankfurt und Darmstadt nicht zu den großen Ausnahmen.

Bildergalerie: Tödliche Unfälle mit Testfahrern und Prototypen

Schon vor einem Monat hatte es auf der A81 in Richtung Singen einen Unfall mit einem Erlkönig gegeben. Damals rammte ein Lastwagen das Vorserien-Modell. Der 46 Jahre alte Lastwagenfahrer wechselte bei Vöhringen (Kreis Rottweil) beim Überholen auf die linke Spur und übersah den Prototypen. Für die Polizei nichts Überraschendes: „Es finden immer wieder Fahrtests auf diesem Autobahnabschnitt statt“, sagte ein Polizeisprecher.

Viel Aufsehen hatte auch der Fall eines Mercedes-Testfahrers im Jahr 2003 erregt. Damals hatte der Mann auf dem Weg zu einem Testgelände eine junge Autofahrerin mit seiner rasenden Geschwindigkeit derart erschreckt, dass sie bei Karlsruhe von der A5 abkam. Sie und ihr Kind starben bei dem Unfall. Der so genannte Autobahnraser wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Auch die A5 zwischen Frankfurt und Darmstadt ist als Testfahrtstrecke bekannt. dpa