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Im Januar war ein viel zu schnell fahrender Audi auf der B3 brennend über die Mittelleitplanke auf ein anderes Auto geflogen. Es gab zwei Tote. Ein zweiter Raser bestreitet, dass es sich bei der wilden Jagd über die B3 um ein illegales Autorennen gehandelt hat.
Im Januar war ein viel zu schnell fahrender Audi auf der B3 brennend über die Mittelleitplanke auf ein anderes Auto geflogen. Es gab zwei Tote. Ein zweiter Raser bestreitet, dass es sich bei der wilden Jagd über die B3 um ein illegales Autorennen gehandelt hat. © dpa
05.10.2012

Raser bestreitet: Todesfahrt kein illegales Autorennen

Sie waren zwischen 184 und 200 Stundenkilometer schnell, rasten hinter- und nebeneinander her. Nicht auf einer Rennstrecke, nicht auf der Autobahn, sondern auf der Bundesstraße B3 bei Denzlingen im Kreis Emmendingen. Das haben zumindest Zeugen bei der Polizei angegeben. Einige von ihnen sahen auch, wie der 670 PS starker Audi eines Rasers aus einer Kurve flog, über die Leitplanke auf die Gegenfahrbahn geschleudert wurde, schon im Flug Feuer fing und gegen ein anderes Auto krachte. Der zweite Raser bestreitet jetzt vor Gericht, dass es sich bei der tödlichen Hatz auf der B3 um ein illegales Autorennen gehandelt hat.

Er ist wegen fahrlässiger Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs angeklagt. Vor dem Amtsgericht in Emmendingen hat der 25-Jährige allerdings erklärt, dass es sich nicht um ein zuvor abgesprochenes oder spontan vereinbartes Wettrennen gehandelt hat. Für den jungen Mann steht viel auf dem Spiel, denn bei diesem Unfall sind zwei Menschen zu Tode gekommen: der 38-jährige Raser im Audi und eine 27-jährige Frau, die in dem Auto auf der Gegenfahrbahn saß, auf das der Audi flog. Beide starben an den Folgen des Aufpralls und des Feuers.

Beide Raser sollten die Autos von einer Tuningwerkstatt ins Ausland überführen. Vor Gericht sagte der 25-Jährige aus, dass ihn sein 38-jähriger Freund bedrängt habe. Das habe ihn zu einer starken Beschleunigung seines Nissan mit 500 PS provoziert. Für die Staatsanwaltschaft ist klar, dass sich der junge Mann an einem illegalen Autorennen beteiligt hat. Fahrlässig habe er andere Verkehrsteilnehmer gefährdet und so den Tod seines Freundes und der am Unfall unschuldigen Frau verursacht hat.

Für den Prozess sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Es sollen 19 Zeugen sowie drei Sachverständige gehört werden. Mit dem Urteil wird Mitte Oktober gerechnet. tok/dpa

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