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Der 68-jährige Todesschütze von Rastatt-Winterstein hatte noch mehr illegal erworbene Waffen in seinem Anwesen. Zur Tat - er soll den Ersteigerer seines Hauses erschossen haben - macht er keine Angaben.
Der 68-jährige Todesschütze von Rastatt-Winterstein hatte noch mehr illegal erworbene Waffen in seinem Anwesen. Zur Tat - er soll den Ersteigerer seines Hauses erschossen haben - macht er keine Angaben. © dpa
22.12.2011

Rastatter Todeschütze hatte noch weitere illegale Waffen

Rastatt. Neue Entwicklungen im Fall des Tötungsdelikts von Rastatt-Wintersdorf. Ein zwischenzeitlich in Haft sitzender 68-jähriger Mieter und Vorbesitzer eines Anwesens an der Hauptstraße hatte nach bisherigem Sachstand den 36-jährigen neuen Hausbesitzer erschossen. Polizeibeamte haben, unterstützt von einem Sprengstoffspürhund, nun das Anwesen des 68-Jährigen durchsucht. Dabei konnten drei funktionsfähige, illegal erworbene Waffen und eine große Menge dazugehöriger Munition aufgefunden werden. Eine waffenrechtliche Erlaubnis hat der Tatverdächtige nicht.

Noch immer äußert sich der 68-Jährige nicht zu dem Tatvorwurf. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen ist davon auszugehen, dass das 36-jährige Opfer mit seinem Vater in das Haus ging, um dort Gegenstände abzustellen. Zeitgleich suchte eine Gerichtsvollzieherin den Beschuldigten auf, um ihm ein Schriftstück im Zusammenhang mit der bevorstehenden Räumung des Anwesens zu übergeben. Vor dem eigentlichen Tatgeschehen verließ sie aber das Haus, wie auch der Vater des Opfers.

Als im Haus ein Schuss fiel, eilte der Vater in das Haus, wo er seinen Sohn leblos am Boden liegend antraf. Seiner Aussage zufolge hatte der Beschuldigte ein Gewehr im Anschlag, das ihm der Vater entreißen und damit nach draußen laufen konnte. Aufgrund seiner Hilferufe verständigten Nachbarn dann die Polizei. Der mutmaßliche Schütze verschanzte sich in seiner Wohnung. Da nicht auszuschließen war, dass er weitere Schusswaffen besaß, wurde das Gebäude von der Polizei umstellt und Spezialkräfte für weitere Einsatzmaßnahmen angefordert.

Nach telefonischen Verhandlungen mit einem Anwalt verließ der Beschuldigte gegen 11.45 Uhr seine Wohnung und konnte widerstandslos vorläufig festgenommen werden.

Nach jetzigem Kenntnisstand war das Anwesen in der Dorfstraße vor einigen Monaten im Rahmen einer Zwangsversteigerung vom jetzigen Opfer erworben worden. Seither kam es zwischen dem 36-Jährigen und dem Beschuldigten wegen Betretungs- und Nutzungsrechten im Haus immer wieder zu Differenzen und Streitigkeiten, die zum Teil auch ein Einschreiten der Polizei erforderlich machten. pol