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Am Donnerstag gab es eine Razzia bei den Black Jackets am Bodensee und in Oberschwaben. In Pforzheim hat sich die Gruppe aufgelöst, nachdem ihr Anführer in U-Haft kam. 
Am Donnerstag gab es eine Razzia bei den Black Jackets am Bodensee und in Oberschwaben. In Pforzheim hat sich die Gruppe aufgelöst, nachdem ihr Anführer in U-Haft kam.  © PZ-Archiv, Seibel
19.04.2012

Razzia bei den Black Jackets am Bodensee

Die Serie von Razzien gegen Rockerclubs und Türstehercliquen im Südwesten reißt nicht ab. Am Donnerstag traf es jetzt die Black Jackets am Bodensee und in Oberschwaben. In Pforzheim hat sich die Gruppe aufgelöst, nachdem ihr Anführer in U-Haft kam. Ebenfalls aufgelöst haben sich die United Tribuns - zumindest offiziell, während die Pforzheimer Hells Angels verboten wurden.

In einer gemeinsamen Aktion haben am Donnerstag Ermittler der Landespolizeidirektion Tübingen und der Polizeidirektionen Friedrichshafen, Konstanz, Ulm und Ravensburg insbesondere in der Bodenseeregion und in Oberschwaben zahlreiche Wohnungen von Mitgliedern und anderen Personen aus dem Umfeld der rockerähnlichen Gruppierung Black Jackets durchsucht. Den Maßnahmen lag der Verdacht der illegalen Einfuhr von Betäubungsmitteln, mehrerer Verstöße gegen das Waffengesetz, Betrügereien sowie gefährlicher Körperverletzungen bis hin zur räuberischen Erpressung Prostituierter zugrunde.

Die auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse über die zuständigen Staatsanwaltschaften bei den Gerichten beantragten Durchsuchungsbeschlüsse, die 26 Objekte betrafen, wurden jetzt mit einem großen Kräfteaufwand vollzogen. Neben zahlreichen Kriminalbeamten der ermittlungsführenden Dienststellen waren unter anderem auch das Spezialeinsatzkommando des Landes und Kräfte der Bereitschaftspolizei im Einsatz. Zusammen waren 130 Beamte eingesetzt.

Ein Beschuldigter wurde auf Grundlage eines bestehenden Haftbefehls festgenommen. Bei den Durchsuchungen wurden 400 Gramm Haschisch und 2 Gramm Kokain, 50 Ampullen Testosteron, mehrere Messer, ein Elektroschockgerät, eine Schreckschusswaffe mit Munition, ein Schlagring, ein Teleskop-Schlagstock und weitere Schlagwerkzeuge aufgefunden und beschlagnahmt. Weiter wurden Schriftstücke und Datenträgern aller Art aufgefunden und zur Auswertung in Verwahrung genommen.

Die Black Jackets in Pforzheim standen eigentlich weniger im Fokus der Polizei. Ärger gab es dagegen vor allem mit der Jugendorganisation der Gruppe. Handgreiflich bis hin zu Messerstichen und Schüssen wurde es zwischen den Hells Angels und United Tribuns. In Pforzheim wurden die Hells Angels gleich zweimal zum Ziel einer Razzia, bevor ein  Vereinsverbot ausgesprochen wurde. Kürzlich gab es wieder Hausdurchsuchungen, weil der Verdacht bestand, dass die Hells Angels ihr Clubleben weiterhin pflegen würden - mit all den vermuteten negativen Folgen.

Die United Tribuns haben sich in Pforzheim selbst aufgelöst, wobei einige Kenner der Szene nicht so richtig an ein Ende der Gruppenaktionen glauben wollen. Es bleibt also spannend in der Pforzheimer Rocker- und Türsteherszene. pol/tok 

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