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Bei einer groß angelegten Razzia im Heilbronner Gefängnis wurde ein florierender Drogenhandel aufgedeckt.
Bei einer groß angelegten Razzia im Heilbronner Gefängnis wurde ein florierender Drogenhandel aufgedeckt. © Symbolbild: dpa
27.11.2012

Razzia im Gefängnis: florierender Drogenhandel aufgeflogen

Die Polizei hat bei einer Razzia die mutmaßlichen Hintermänner eines florierenden Drogenhandels im Heilbronner Gefängnis festgenommen. 60 Beamte waren am Dienstag im Einsatz. Sie durchsuchten 18 Zellen und mehrere Gemeinschaftsräume in der Justizvollzugsanstalt sowie zahlreiche Wohnungen außerhalb der JVA.

Gegen 28 Gefängnis-Insassen werde nun ermittelt, 10 ihrer mutmaßlichen Komplizen in Freiheit wurden festgenommen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Gegen mindestens 20 weitere Personen außerhalb des Gefängnisses werde noch ermittelt. Die tatverdächtigen Personen, zumeist Spätaussiedler im Alter zwischen 20 und 30 Jahren, haben zum Teil noch langjährige Haftstrafen vor sich und brachten oftmals bereits zum Zeitpunkt ihrer Inhaftierung Drogenerfahrungen und Suchtprobleme mit.

Bei den Durchsuchungen fanden die Beamten Marihuana, Haschisch Heroin und verbotene Tabletten. Bei den in den Verkehr gebrachten Drogen handelt es sich um Heroin, Marihuana, Haschisch und in besonderem Maße um das Substitutionsmittel „Subutex“. Bislang konnten im Vorfeld der heutigen Durchsuchungen bereits 300 dieser Tabletten sowie insgesamt etwa einhundert Gramm Haschisch und Heroingemisch, bevor sie in die JVA gelangen konnten, sichergestellt werden.

Die Drogen seien wohl vor allem von Besuchern ins Gefängnis geschmuggelt worden - trotz aller Sicherheitsmaßnahmen. Doch auch andere Schmuggelarten seien genutzt worden, teilten die Ermittler mit, ohne Details zu nennen. Insgesamt werden derzeit gegen 28 Insassen der JVA Heilbronn Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz geführt.

Koordiniert und gesteuert wurden die Lieferungen wohl aus dem Gefängnis selbst. Dort habe es eine streng hierarchisch gegliederte Gruppe von Inhaftierten gegeben, die mit ins Gefängnis geschmuggelten Handys den Kontakt untereinander und zu ihren Lieferanten in Freiheit halten konnten. Die Täter seien extrem professionell vorgegangen, betonten die Ermittler.

„Trotz der hoch konspirativen Vorgehensweise der verschworenen Tätergemeinschaft ist es gelungen, die verdeckten und streng hierarchischen Strukturen aufzubrechen und nicht nur die Kleindealer, sondern auch die Rädelsführer ausfindig zu machen. Die geringe Menge der heute in der JVA Heilbronn sichergestellten Tabletten beweist, dass durch die im Vorfeld des heutigen Tages erfolgten Sicherstellungen der Nachschub in die JVA weitestgehend unterbunden werden konnte“, sagt der Leiter der Staatsanwaltschaft, Leitender Oberstaatsanwalt Frank Rebmann.

Zeitgleich wurde eine weitere Haftzelle in der JVA Freiburg überprüft. Hierbei konnte eine kleinere Menge Tabletten sichergestellt werden, deren Wirkstoff noch überprüft werden muss. dpa/pol