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Polizisten stehen am 05.12.2017 in Göttingen (Niedersachsen) vor dem Roten Zentrum. Fünf Monate nach den Krawallen beim G20-Gipfel in Hamburg hat die Polizei Razzien in acht Bundesländern vorgenommen.
Polizisten stehen am 05.12.2017 in Göttingen (Niedersachsen) vor dem Roten Zentrum. Fünf Monate nach den Krawallen beim G20-Gipfel in Hamburg hat die Polizei Razzien in acht Bundesländern vorgenommen. © Swen Pförtner/dpa
05.12.2017

Razzien in linksextremer Szene in Stuttgart und Dettingen

Nach den Krawallen während des G20-Gipfels in Hamburg krempelt die Sonderkommission «Schwarzer Block» die linke Szene um. Bundesweit durchsuchen Beamte Wohnungen. Im Südwesten knöpfen sie sich drei Objekte vor.

Stuttgart/Dettingen (dpa/lsw) - Fünf Monate nach den Krawallen beim G20-Gipfel in Hamburg ist die Polizei mit Razzien auch in Baden-Württemberg gegen die linke Szene vorgegangen. In Stuttgart war nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur das Gebäude des «Linken Zentrums Lilo Herrmann» Ziel der Ermittler. Zudem seien zwei Wohnobjekte in Dettingen/Erms (Kreis Reutlingen) durchsucht worden.

Laut Hamburger Polizei gab es Razzien in acht Bundesländern. Der Einsatz der Sonderkommission «Schwarzer Block» läuft seit dem frühen Dienstagmorgen. Ziel ist es, weitere Beweise zu sichern. Es sei eine zweistellige Anzahl von Wohnungen der linken Szene durchsucht worden - in Hamburg, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen.

Die Durchsuchungen erfolgten den Angaben zufolge im Zusammenhang mit Ermittlungen zu Ausschreitungen während eines Polizei-Einsatzes im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld am Rande des G20-Gipfels. Von der bundesweiten Razzia erhoffe man sich Beweise für die Ermittlungen zu diesen Vorfällen, wie es weiter hieß.

Bundespolizisten gingen damals gegen etwa 200 Demonstranten vor, weil sie nach eigenen Angaben unter anderem mit Steinen und Flaschen beworfen wurden. Medien hatten nach Auswertung eines Einsatzvideos dagegen berichtet, die Beamten seien lediglich mit drei Bengalos beworfen worden.

Das linke Hamburger Kulturzentrum «Rote Flora» sei bei dem Einsatz am Dienstag nicht durchsucht worden, so der Sprecher weiter. Es war nach den Krawallen am 7. Juli im Schanzenviertel in die Kritik geraten. Einzelheiten zu den Razzien wollen der Präsident der Hamburger Polizei, Ralf Martin Meyer, und der Leiter der Soko «Schwarzer Block», Jan Hieber, am Mittag auf einer Pressekonferenz bekanntgeben.