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Rechtsradikale wollten einen Bombenanschlag auf ein antifaschistisches Sommerlager für Jugendliche in Bayern ausführen. Doch die Polizei kam ihnen nach einer Explosion bei einer Demonstration in Dortmund auf die Spur.
Rechtsradikale wollten einen Bombenanschlag auf ein antifaschistisches Sommerlager für Jugendliche in Bayern ausführen. Doch die Polizei kam ihnen nach einer Explosion bei einer Demonstration in Dortmund auf die Spur. © dpa
08.10.2015

Rechtsradikale wegen Anschlägen mit Sprengstoff vor Gericht

Emmendingen. Sie sollen einen Bombenanschlag auf ein antifaschistisches Sommerlager für Jugendliche in Bayern geplant haben, und einer von ihnen soll mit einem Sprengsatz bei einer Demonstration in Dortmund mehrere Menschen verletzt haben. Drei Angeklagten im Alter von 25, 26 und 44 Jahren wird von Donnerstag kommender Woche an vor dem Amtsgericht Emmendingen der Prozess gemacht.

Die Staatsanwaltschaft Freiburg wirft ihnen unter anderem unerlaubten Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen, das Herbeiführen einer Explosion und gefährliche Körperverletzung vor.

Der 44-Jährige soll die beiden Jüngeren bei einem sogenannten Heldengedenken kennengelernt haben. Vor allem der 25-Jährige habe an zahlreichen rechtsextremistischen Kundgebungen im Bundesgebiet teilgenommen. Im August 2013 soll dann der 26 Jahre alte Angeklagte im Internet als zur rechtsextremistischen Szene zuordenbare Person bekanntgemacht worden sein.

Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Männern nach Angaben vom Donnerstag vor, daraufhin den Anschlagsplan gefasst zu haben. Mit einem größeren Modellflugzeug mit einer Spannweite von mehreren Metern wollten sie demnach eine Rohrbombe über dem Sommerlager abwerfen. Diese lagerte in der Wohnung des 44-Jährigen.

Das Vorhaben habe das Trio aufgegeben, nachdem der 25-Jährige Ende August 2013 bei der Demo in Dortmund einen Sprengkörper zündete. Mehrere Demonstranten, ein Polizist sowie eine Landtagsabgeordnete der Piratenpartei erlitten Knalltraumata, zwei Geschädigte blutende Wunden im Gesicht beziehungsweise Verbrennungen an Armen und Beinen.