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24.01.2016

Regen wäscht gefährlichen Feinstaub aus Stuttgarter Luft

Stuttgart (dpa/lsw) - Fünf Tage lang hatte Stuttgart mit enormer Feinstaubbelastung zu kämpfen und Alarm geschlagen: Nun hat der Regen viele der gefährlichen Partikel aus der Stadtluft gespült. Sehr hilfreich sei dabei der seit Tagen ersehnte Wind aus südwestlicher Richtung gewesen, der den Feinstaub aus dem Talkessel blies, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Sonntag. Bei dem bundesweit zum ersten Mal ausgerufenen Feinstaubalarm sollten Einwohner und Pendler von Montag bis Freitag möglichst oft auf ihr Auto verzichten und öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Weil das die wenigsten taten und die Wetterlage die Partikel in der Stadt hielt, waren die EU-weiten Grenzwerte massiv überschritten worden.

Erst mit dem Wetterumschwung am Samstag sackten die Werte der Messstation am vielbefahrenen Neckartor in der Innenstadt endlich ab. Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz registrierte im Schnitt etwa 40 Mikrogramm gesundheitsschädlichen Feinstaub (PM10) je Kubikmeter Luft, wie sie am Sonntag online mitteilte. Das liegt in dem von der EU erlaubten Bereich. Am Dienstag war mit 141 der höchste Wert der Woche gemessen worden.

Der DWD erwartet in den kommenden Tagen zwar keinen Regen mehr, aber zunehmenden Südwest-Wind. «Es sieht nicht so aus, als ob die Kriterien für Feinstaubalarm erfüllt werden», sagte der Experte.

Stuttgart muss sein Feinstaub-Problem dringend in den Griff bekommen: Wird der Grenzwert zu oft überschritten, drohen Millionenstrafen. Die Ergebnisse der ersten Alarmwoche sollen nun ausgewertet werden. Feinstaubalarm wird künftig immer ausgerufen, wenn Wetterlagen zu erwarten sind, die den Austausch der Luft im Talkessel verhindern.

Alle Maßnahmen sind bisher freiwillig. Fahrverbote könnte es den Plänen zufolge erst von 2018 an geben, wenn sich das Prinzip Freiwilligkeit bis dahin als nicht ausreichend erweist. Einige europäische Großstädte wie Rom, Mailand oder Paris hatten zuletzt mit Fahrverboten auf eine hohe Feinstaubbelastung reagiert.