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Ein Regionalzug mit hunderten Narren ist an einem Bahnübergang (Symbolbild) gegen ein Auto gekracht. Schwer verletzt wurde zum Glück niemand. Der Sachschaden aber ist enorm.
Ein Regionalzug mit hunderten Narren ist an einem Bahnübergang (Symbolbild) gegen ein Auto gekracht. Schwer verletzt wurde zum Glück niemand. Der Sachschaden aber ist enorm. © Symbolbild: dpa
22.01.2012

Regionalzug mit hunderten Narren kracht in Auto

Geisingen. Es war ein närrisches Wochenende beim größten Narrensprung in Baden-Württemberg - doch auf dem Rückweg vom großen Fastnachts-Treffen in Konstanz erlebten mehrere hundert Narren eine Riesen-Schrecksekunde: Ihr voll besetzter Regionalzug prallte am Sonntagabend an einem Bahnübergang bei Geisingen (Kreis Tuttlingen) in ein Auto. Wie durch ein Wunder sei niemand verletzt worden, teilte die Polizei mit. Die Narren wurden in einer nahe gelegenen Halle betreut.

Ein 75-jährige Autofahrer sei gegen 18.30 Uhr über den Bahnübergang gefahren und habe dann plötzlich auf den Schienen ohne ersichtlichen Grund gewendet. Doch sein Wagen geriet in den Seitenstreifen und steckte schließlich fest. Ein Anwohner, der das Wendemanöver beobachtet hatte, reagierte sofort, sagte ein Polizeisprecher. Er eilte zu dem Wagen und half dem Rentner, sein Auto zu verlassen.

Gerade noch rechtzeitig, denn kurz danach rollte der Interregio-Express 5322 von Konstanz nach Karlsruhe heran und erfasste den Wagen. Der Zug habe das Auto mehrere Meter mitgeschleift und dann unter sich begraben. Auch der Zug wurde dabei massiv beschädigt. Insgesamt schätzten die Ermittler den Schaden auf mehrere hunderttausend Euro. Der Lokführer erlitt einen Schock.

«Wie durch ein Wunder kam es nicht zum Entgleisen des Zuges. Wäre dies der Fall gewesen, wären mit Sicherheit eine große Anzahl von verletzten oder gar getöteten Personen zu beklagen gewesen», teilte die Polizei mit. Gegen den 75-Jährigen wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt.

Für die mehreren hundert Narren war die Rückreise vom «Großen Narrentreffen» der Vereinigung Schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte (VSAN) in Konstanz damit erst einmal gestoppt. In einer Gemeindehalle wurden sie von Helfern des Roten Kreuzes versorgt. Ein Notfallmanager der Bahn sei vor Ort, sagte der Polizeisprecher. Er sorge für die Bergung des Zuges und kümmere sich auch darum, Busse zu organisieren, die die Narren weiter Richtung Heimat bringen können. Denn wann zwischen Singen und Donaueschingen wieder Zuge fahren könnten, sei völlig unklar. dpa