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© Symbolbild: dpa
22.05.2014

Rindertuberkulose-Ausbruch: Tiere im Südwesten geschlachtet

Saarbrücken/Stuttgart (dpa/lsw) - Tiere aus einer mutmaßlich mit Rindertuberkulose infizierten Herde sind vom Saarland aus auch nach Baden-Württemberg gekommen. Sie seien schon im vergangenen Jahr geschlachtet worden, teilte das Verbraucherschutzministerium am Donnerstag in Stuttgart mit. Laut einem Sprecher gibt es keine Hinweise darauf, dass die Rinder auch mit der in Deutschland nur noch selten auftretenden Seuche belastet waren. Auch gebe es keine anderweitigen positiven Befunde auf Rindertuberkulose im Südwesten.

Im Saarland hatten Amtstierärzte eine erste Tierherde aus mehr als 80 Mutterkühen und ihren Kälbern eingeschläfert, wie eine Sprecherin des saarländischen Verbraucherschutzministeriums sagte. Kommende Woche müssten voraussichtlich rund 40 weitere Rinder getötet werden. Damit wollen die Behörden die Ausbreitung der Rindertuberkulose verhindern, die auch auf den Menschen übertragen werden kann.

Nach der Schlachtung eines Rindes war die Seuche in der vergangenen Woche auf einem ersten Hof festgestellt worden. Die Ergebnisse hatte das Friedrich-Loeffler-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit in Jena, bestätigt. Erste Hauttests ergaben dann, dass auch die zweite Herde befallen ist. Die Bestätigung wird Ende der Woche erwartet. Tiere aus dieser Herde waren neben Baden-Württemberg nach Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz verkauft worden.

Rindertuberkulose ist eine bakterielle Infektion. Bis zum Auftreten von Symptomen wie Husten oder Abmagerung können Jahre vergehen. Die Krankheit kann bei direktem Kontakt und über Milch und Käse auf den Menschen übertragen werden. Deutschland gilt seit 1997 als amtlich frei von Rindertuberkulose, weil weniger als 0,1 Prozent des Gesamtbestandes infiziert ist.