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Mit großen Sicherheitsvorkehrungen (Symbolbild) begann in Heilbronn ein Prozess gegen einen Rocker der Hells Angels, der unter anderem mit Kokain gehandelt und eine Cannabis-Plantage betrieben haben soll. © dpa
02.03.2011

Rocker der Hells Angels wegen Kokainhandel vor Gericht

HEILBRONN. Die Serie von Prozessen gegen Mitglieder der Hells Angels reißt nicht ab. Jüngst wurde in Koblenz ein Rocker, der einen Polizisten erschossen hatte, wegen Totschlags zu einer neunjährigen Haftstrafe verurteilt. Jetzt steht ein führendes Mitglied der Heilbronner Hells Angels vor allem wegen Kokainhandel vor dem Heilbronner Landgericht - und mit seine Frau und sein Schwiegervater.

Bildergalerie: Die Waffen der Hells Angels

Mit dem 48 Jahre alten Mitglied der Hells Angels sind seine 38-jährige Frau und sein 59-jähriger Schwiegervater angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Trio Drogenhandel vor. Seit Oktober 2009 soll das Ehepaar in vier Fällen Kokain in Mengen von jeweils rund 500 Gramm in Belgien erworben und an Mitglieder der Rockerbande verkauft haben. Der 59-Jährige soll dabei als Kurierfahrer tätig gewesen sein.

Dem Hells-Angels-Mitglied und seiner Frau wird zudem zur Last gelegt, mit zwei weiteren Mitgliedern des Rockerclubs in einer Werkhalle eine Cannabis-Plantage betrieben zu haben. Außerdem ist der Mann wegen Verstößen gegen das Waffengesetz angeklagt. Am ersten Verhandlungstag, mit drastischen Sicherheitsvorkehrungen vor dem Saal, machten die 38-Jährige und der 59-Jährige nur Angaben zur Person. Die Verhandlung wird am 11. März fortgesetzt.

Die Hells Angels wurden 1948 in Kalifornien von Harley-Davidson-Liebhabern gegründet. Der Name stammt von einer Bomberstaffel aus dem Zweiten Weltkrieg. Ihr Emblem ist ein geflügelter Totenkopf. Die Hells Angels sind inzwischen eine straff geführte, weltweite Organisation mit Mitgliedern in rund 30 Ländern und gelten als mächtigste Rockerbande der Welt. Den ersten deutschen Ableger gab es 1973. dpa