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rocknheim © picture alliance / dpa
14.08.2014

Rockstars statt Sportwagen: «Rock'n'Heim» geht ins zweite Jahr

Hockenheim. Zeltatmosphäre, durchgetanzte Nächte und kreischende Fans: Ab Freitag (15. August) strömen Zehntausende Festivalfreunde zum Hockenheimring, wenn «Rock'n'Heim» in die zweite Runde geht. Zur Premiere der dreitägigen Veranstaltung im vergangenen Sommer waren rund 40 000 Besucher gekommen. Bislang sind um die 34 000 Tickets verkauft. An der Abendkasse kann noch einiges dazukommen.

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Der Stadt Hockenheim bringt das Event viele junge Kauflustige, die durch die Stadt streifen und dort Geld lassen. Übernachtet wird allerdings eher in Zelten als in Hotels. «Das gehört zum Feeling dazu», sagt Oberbürgermeister Dieter Gummer (SPD).

Konzerte mit Tausenden Zuschauern haben in der Arena eine lange Tradition. Zuletzt lockte die umstrittene Band Böhse Onkelz an zwei Abenden je 100 000 Besucher an. Auch Robbie Williams und die Rolling Stones waren schon hier.

Auf die Festivalbesucher warten an diesem Wochenende Acts wie Billy Talent («Surprise Surprise»), Beatsteaks («Gentleman Of The Year»), Placebo («Every You Every Me») und The Prodigy («Firestarter»).

Das Wetter könnte allerdings zumindest am Anfang nicht mitspielen: Am Freitag kann es laut Deutschem Wetterdienst in Hockenheim öfter einmal regnen und sogar gewittern. Die Temperaturen steigen höchstens auf 20 Grad, wie ein Meteorologe sagt.

Auch am Samstag könne es hin und wieder schauern. «Es kommt zu einer leichten Wetterberuhigung, aber ein richtig schöner Sommertag ist nicht zu erwarten.» Sonntag immerhin könnte es trocken bleiben. Ob es regne oder nicht, sei den Festivalbesuchern aber sowieso egal, sagt eine Sprecherin des Veranstalters. «Die fragen sich das gar nicht.»

Zuletzt hatte der Hockenheimring vor allem wegen der Diskussion um die Zukunft der Formel 1 Schlagzeilen gemacht. Es war bekanntgeworden, dass Fans die Motorsport-Veranstaltung künftig wieder jedes Jahr am Nürburgring in Rheinland-Pfalz bestaunen können. Bislang war die Formel 1 nur alle zwei Jahre am Nürburgring zu Gast - im Wechsel mit dem Hockenheimring.

Gummer gibt sich gelassen und verweist auf den Vertrag, der noch bis 2018 laufe. Ihm zufolge bringt die Formel 1 Hockenheim und der Region an einem Wochenende rund 40 Millionen Euro an Kaufkraft. Ein Wegfall wäre hart zu verkraften.

Allerdings wurden dem Oberbürgermeister zufolge zuletzt weniger Karten verkauft als erhofft. Womöglich ein Grund mehr, in der Arena noch stärker auf Musik zu setzen. «Rock'n'Heim» solle zur Tradition werden, kündigte Hockenheimring-Chef Georg Seiler an. «Ich sehe da eine Zukunft.» Bis sich das Festival etabliert habe, brauche es aber seine Zeit. «Das muss sich entwickeln.»

Der Hockenheimring sei ein Mischbetrieb, betont Seiler. Neben den Sportveranstaltungen und Konzerten gebe es etwa auch viele Fahrsicherheitstrainings. Von März bis November sei immer etwas los. «Es gibt keinen Tag, an dem hier nichts stattfindet.»