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blut © dpa
02.08.2014

Rotes Kreuz und Innenministerium starten Appell für Blutspenden

Stuttgart. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und das Innenministerium werben zum Start der Ferienzeit im Südwesten für mehr Blutspenden. Es sei wichtig, gerade dann Blut zu spenden, wenn viele Spender im Urlaub seien, sagte Innenminister Reinhold Gall (SPD) der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. Anderenfalls könne es bei Operationen zu gefährlichen Engpässen kommen. «Jeder kann mitmachen und dadurch Leben retten, jeder kann einmal auf eine Blutspende angewiesen sein», betonte Gall.

Laut DRK Württemberg werden jeden Tag 2000 Spenden im Südwesten benötigt. Die Zahl regelmäßiger Spender sinkt allerdings. Waren es im Jahr 2012 noch 284 217 (mit 513 019 Spenden), fiel ihre Zahl 2013 auf 277 714 (mit 501 345 Spenden), wie DRK-Sprecherin Stefanie Fritzsche sagte. Der Leiter der Blutspendezentrale in Freiburg, Markus Umhau, berichtete unlängst, dass bereits die Fußball-Weltmeisterschaft vor der Ferienzeit zu einem Rückgang der Spenden geführt habe.

Bei der Suche nach Spendern wird zunehmend auch auf kreative Marketingaktionen gesetzt. In Freiburg wurden etwa zum Mitternachtsspenden blutrote Cocktails serviert. Auch ein Hip-Hop-Konzert wurde organisiert.

Eine Blutspende sei immer auch ein Gesundheitscheck, erklärte Fritzsche. So werde jedes Mal der Blutdruck und der Hämoglobin-Wert kontrolliert. Zudem werden Blutspenden standardmäßig auf HIV, Hepatitis und Syphilis überprüft.

Es sei das Ziel, dass jede Blutspende in der Region bleibe, betonte Fritzsche. Nur in Notfällen gebe es einen überregionalen Austausch. Um Spender an ein regelmäßiges Engagement zu erinnern, hat das DRK eine eigene App auf den Markt gebracht. Das Programm sammelt Informationen und weist die regelmäßigen Spender etwa darauf hin, wenn die sogenannte Blutspendepause - in der Regel sind es 56 Tage - sich dem Ende nähert. Ähnlich funktioniert auch die App «Blutspendeausweis», die Karlsruher Studenten entwickelt haben.

An diesem Montag will Minister Gall bei einer Aktion im Erlebnispark Tripsdrill in Cleebronn (Kreis Heilbronn) selbst Blut spenden. Insgesamt hofft das DRK auf 3500 Menschen, die es dem Minister gleichtun. Nach Angaben seines Hauses hat Gall, der die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hat, in der Vergangenheit auch schon Stammzellen gespendet.