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Die Firma ThyssenKrupp will in Rottweil einen rund 235 Meter hohen Turm für die Entwicklung von Hochgeschwindigkeitsaufzügen bauen.
Die Firma ThyssenKrupp will in Rottweil einen rund 235 Meter hohen Turm für die Entwicklung von Hochgeschwindigkeitsaufzügen bauen. © ThyssenKrupp Elevator AG
06.06.2013

Rottweil startet Planungen für 235 Meter hohen Turm für Fahrstuhl-Tests

Rottweil. In Rottweil haben die Pläne für einen 235 Meter hohen Riesen-Turm im Neckartal eine erste Hürde genommen. Der Gemeinderat hat beschlossen, das Vorhaben des Aufzugbauers ThyssenKrupp genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Unternehmen will in dem Tower Hochgeschwindigkeitsaufzüge für Wolkenkratzer testen.

Doch nach anfänglicher Euphorie regt sich in der ältesten Stadt Baden-Württembergs auch Widerstand bei einigen Bürgern.  Der Rottweiler Gemeinderat habe am Mittwochabend mit großer Mehrheit grünes Licht dafür gegeben, dass die Stadt nun in eine detaillierte Planung für das Projekt gehe, sagte ein Sprecher. Konkret geht es bei der notwendigen Änderung des Bebauungsplans vor allem um die Bauhöhe. Denn bislang darf in dem Gewerbegebiet nur 15 Meter hoch gebaut werden.

Oberbürgermeister Ralf Broß und die meisten Gemeinderäte sehen in dem 35 bis 40 Millionen Euro teuren Gebäude eine große Chance für die Wirtschaft. ThyssenKrupp will dort Aufzüge für 600 Meter hohe Wolkenkratzer vor allem in Asien entwickeln. Auch den Tourismus soll der Turm ankurbeln. Denn auf 200 Metern Höhe soll es eine Aussichtsplattform und eventuell ein Restaurant geben, von dem aus man bis zu den Alpen sehen kann. Damit wäre der Stuttgarter Fernsehturm locker in den Schatten gestellt. Die derzeit geschlossene Aussichtsplattform auf dem Wahrzeichen der Landeshauptstadt ist lediglich rund 150 Meter hoch.

Doch auch wenn die Mehrheit der Kommunalpolitiker dem Projekt offen gegenübersteht, regt sich bei den Bürgern auch Widerstand. Eine Gruppe hat einen Katalog mit 84 Fragen an den Bürgermeister und die Gemeinderatsfraktionen geschickt. Ihnen geht es unter anderem darum, ob das von historischen Türmen geprägte Stadtbild Rottweils durch den neuen Mega-Tower beeinträchtigt würde. Auch von der Gründung einer Bürgerinitiative gegen den Turmbau ist schon die Rede.

Rathauschef Broß verspricht, dass im weiteren Verfahren viel Raum für die Fragen und Einwände der Bürger sein werde. Ob das Aufzugs-Testzentrum am Ende tatsächlich gebaut wird, soll frühestens Ende des Jahres entschieden werden. Fertig würde der Turm Unternehmensangaben zufolge dann frühestens 2016.