nach oben
16.06.2012

Rottweiler Gefängnisausbrecher gefasst

Rottweil (dpa/lsw) - Die Rottweiler Polizei hat zwei Gefängnisausbrecher acht Stunden nach der Flucht wieder gefasst. Die Männer im Alter von 23 und 27 Jahren wurden am Samstagnachmittag im Rottweiler Stadtgebiet und in der Nachbargemeinde Zimmern festgenommen. Zeugenhinweise führten auf ihre Spur. Beide Untersuchungshäftlinge seien inzwischen wieder in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rottweil, teilte die Polizei am Abend mit.

Die wegen Diebstahls und Raubs inhaftierten Männer waren um 08.20 Uhr durch ein Fenster im zweiten Obergeschoss gesprungen. Nach Angaben des Justizministeriums verletzten sich beide an einem Stacheldraht. Sie wurden am Abend ärztlich behandelt und sollten anschließend in ein anderes Gefängnis verlegt werden.

Mit Suchhunden und einem Hubschrauber hatte die Polizei nach den Männern gefahndet. Autofahrer in der Region wurden davor gewarnt, Anhalter mitzunehmen.

Das Rottweiler Gefängnis mit rund 30 Häftlingen ist eines der ältesten im Land; vor 151 Jahren wurde es errichtet. Seit langem wird über den Bau eines neuen Großgefängnisses für rund 500 Häftlinge diskutiert. «Generell ist ein nach modernen Konzepten gebautes Gefängnis natürlich ausbruchssicherer», sagte der JVA-Leiter Matthias Nagel. Auch die Lage des Altbaus mitten in der Stadt sei «problematischer als ein Standort außerhalb».

Die frühere schwarz-gelbe Landesregierung hatte den Standort «Bitzwäldle» in Rottweil fest im Blick. Doch weil es dort massive Bürgerproteste gab, starteten Grüne und SPD nach dem Regierungswechsel die Suche nach einem Standort neu.