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Foto: Archiv © dpa
15.04.2015

Rund 120 Pegida-Demonstranten und deutlich mehr Gegner in Karlsruhe

Rund 120 Anhänger der Pegida-Bewegung und mehr als dreimal so viele Gegendemonstranten haben sich am Dienstagabend in Karlsruhe unversöhnlich gegenüber gestanden. Es war die sechste Aktion in der Stadt. Ein Pegida-Sprecher sagte, eine «Flut von Asylanten» setze die «Einheimischen» auf dem Arbeitsmarkt unter Druck. Gegendemonstranten hielten mit der Forderung dagegen, Flüchtlinge willkommen zu heißen.

Rund eine Stunde vor Beginn der Pegida-Versammlung räumten Bereitschaftspolizisten den von Gegendemonstranten besetzten Kundgebungsplatz im Stadtzentrum. Sie drängten mehr als 150 Menschen zur Seite, die die Pegida-Versammlung blockieren wollten. Ein Polizist und ein Demonstrant wurden dabei verletzt, wie die Polizei in der Nacht mitteilte. Ein Steinewerfer wurde festgenommen.

Eine Sprecherin des Karlsruher Anti-Pegida-Bündnisses kündigte auf einer Kundgebung mit mehr als 300 Teilnehmern Proteste gegen eine für Sonntag in Karlsruhe geplante Demonstration aus dem Umkreis der «Hooligans gegen Salafisten» (Hogesa) an: «Diese rechtsextreme Provokation gilt es zu verhindern.»

Das Badische Staatstheater lud für den Anschluss an seine Aufführungen in dieser Woche zu Publikumsgesprächen über die als «Brandstifter» bezeichnete Pegida-Szene ein. Es gehe darum, das bürgerschaftliche Bewusstsein zu mobilisieren, sagte Schauspieldirektor Jan Linders der Deutschen Presse-Agentur. «Theater ist immer ein Forum für Vielfalt, Toleranz und Solidarität.»