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Lehrer sowie Mitarbeiter der Polizei und an den Hochschulen wollen mehr Geld und gehen dafür auf die Straße. Doch im Südwesten bleibt die Durchschlagskraft begrenzt.
Lehrer sowie Mitarbeiter der Polizei und an den Hochschulen wollen mehr Geld und gehen dafür auf die Straße. Doch im Südwesten bleibt die Durchschlagskraft begrenzt. © dpa
13.03.2015

Rund 6500 Lehrer und Polizeimitarbeiter legen Arbeit nieder

Stuttgart. Rund 6500 angestellte Lehrer, Mitarbeiter der Polizei und von Hochschulen haben am Freitag landesweit gestreikt. Rund 5000 von ihnen demonstrierten in Stuttgart für höhere Gehälter und den Erhalt der Altersversorgung. «Wir fordern 5,5 Prozent, mindestens aber 175 Euro», sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Rüdiger Seidenspinner, vor dem Neuen Schloss. Zu dem Warnstreik hatten außerdem die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), verdi und die IG Bau aufgerufen. Die GEW geht davon aus, dass wegen des Warnstreiks bis zu 8000 Stunden Unterricht ausgefallen sind.

«Wer die Beschäftigten an den Schulen nicht anständig bezahlt, macht eine schlechte Bildungspolitik», sagte die Landesvorsitzende der GEW, Doro Moritz. Angestellte Lehrer verdienen nach Angaben der Gewerkschaft bis zu 800 Euro weniger als ihre verbeamteten Kollegen.

Das Kultusministerium hatte die Elternschaft bereits im Vorfeld beruhigt: Schüler würden trotz des Warnstreiks keinen Unterricht verpassen. Die Schulleitungen seien dafür zuständig, kurzfristige Abwesenheiten von Lehrern auszugleichen. In Baden-Württemberg ist im Gegensatz zu anderen Bundesländern nur ungefähr jeder zehnte Lehrer angestellt. Der überwiegende Teil sind Beamte, die nicht streiken dürfen.

Bei der Polizei hatten weder das Innenministerium noch die Gewerkschaft Probleme aufgrund des Warnstreiks erwartet. «Wir werden als Polizistinnen und Polizisten nichts tun, was die innere Sicherheit gefährdet», sagte Seidenspinner. Wie bei den Lehrern ist nur rund jeder zehnte der Beschäftigten bei der Polizei angestellt - 3500 von 31 000. Dies sind vor allem Mitarbeiter in den Büros oder den Laboren. Streifenpolizisten sind Beamte.

Die Tarifangestellten der Länder fordern bundesweit 5,5 Prozent mehr Geld und den Erhalt der Altersversorgung. Zudem streben die rund 12 000 angestellten Lehrer im Land bei den Verhandlungen einen eigenen Tarifvertrag an. Am Montag werden in Potsdam die Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter zur dritten Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst zusammenkommen. Die Gewerkschaften kritisieren, dass die Tarifgemeinschaft der Länder noch kein Gegenangebot vorgelegt habe.