nach oben
An der Demonstration nahmen rund 800 Personen teil, wie die Polizei mitteilte. Foto: Marijan Murat/dpa
An der Demonstration nahmen rund 800 Personen teil, wie die Polizei mitteilte. Foto: Marijan Murat/dpa
02.02.2019

Rund 870 Menschen protestieren in Stuttgart gegen Fahrverbote

Stuttgart. Etwa 870 Menschen haben in Stuttgart gegen das Diesel-Fahrverbot in der Stadt protestiert. An einer Demonstration des Fahrverbotsgegners Ioannis Sakkaros nahmen am Samstagnachmittag rund 800 Personen teil, wie die Polizei mitteilte. Zu zwei weiteren Demos am Freitag und Samstag, eine davon vom örtlichen AfD-Kreisverband, kamen insgesamt etwa 70 Menschen.

Es ist die vierte Demo, die der 26-jährige Sakkaros angemeldet hat. Zur ersten Kundgebung gegen Fahrverbote vor drei Wochen waren laut Polizei knapp 250 Menschen gekommen, eine Woche später waren es 700. Am vergangenen Samstag kamen 1200 Menschen.

Knapp die Hälfte der Demonstranten trug gelbe Westen - nach französischem Vorbild. Die Franzosen hätten ähnliche Probleme, deshalb habe er auch in Stuttgart zum Protest in gelben Westen aufgerufen, sagte Sakkaros. «Es geht hier um eine Regierung, die uns verarscht - und darum, dass wir als Bürger die Leidtragenden sind.»

Derweil hat die Stadt Stuttgart am Samstag zum sechsten Mal in dieser Saison Feinstaubalarm ausgelöst. Er beginnt am Montag um 00.00 Uhr für den Autoverkehr sowie zuvor am Sonntag ab 18.00 Uhr für sogenannte Komfort-Kamine, wie die Stadt mitteilte. Komfort-Kamine sind alle, die nicht zwingend zum Heizen gebraucht werden. Das Ende sei offen. Feinstaubalarm wird ausgelöst, wenn bei Wetterlagen mit geringem Luftaustausch die Belastung mit Feinstaub und Stickstoffdioxid reduziert werden muss.

Die Stadt verwies auf entsprechende Voraussagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für Montag und Dienstag. Demnach besteht die Gefahr von Überschreitungen der Grenzwerte. An die Bevölkerung erging der Appell, Autos in Stuttgart möglichst nicht zu nutzen und auf den Nahverkehr umzusteigen.

Als erste deutsche Großstadt führte Stuttgart zum 1. Januar Diesel-Fahrverbote für eine gesamte Umweltzone ein. Betroffen sind Diesel der Abgasnorm 4 und schlechter. Das gilt mit wenigen Ausnahmen im ganzen Stadtgebiet. Anwohner haben bis 1. April eine Übergangsfrist.