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Ein Schild mit der Aufschrift "Ich will Leben" hängt an einem Baum im Schlossgarten von Stuttgart. Die Parkschützer wollen somit die Baumfällaktion verhindern.
13.02.2012

S21: Parkschützer empfinden Baumfällaktion als Kriegserklärung

Stuttgart. Die Parkschützer haben die für die nächsten Tage angekündigte Baumfällaktion im Stuttgarter Schlossgarten als Kriegserklärung bezeichnet. Die Bahn schaffe damit unumkehrbare Fakten und missachte ihre eigenen Beschlüsse, heißt es in einem Schreiben vom Sonntag. Auch Stuttgart-21-Schlichter Heiner Geißler (CDU) appelliert an die Bahn und die Grünen, den Schlichterspruch einzuhalten.

Bildergalerie: Stuttgart 21: Parkschützer wollen Baumfällaktion verhindern

«Wenn die Grünen und Herr Kretschmann hinter die Ergebnisse der Schlichtung zurückgehen, dann machen sie etwas Ähnliches wie Steuerlügen oder andere gebrochene Wahlversprechen», sagte Geißler der «Frankfurter Rundschau» (Montag). Bahnsprecherin Nadia El Almi zeigte sich überrascht von den Vorwürfen. Die Baumfällaktion sei in den vergangenen Monaten umfassend von Gutachtern geprüft worden und werde jetzt nach deren Vorstellungen umgesetzt.

Die Räumung des Stuttgarter Schlossgartens für die Baumfällarbeiten des Bahnhofs-Projekts S 21 steht kurz bevor. 106 Bäume sollen gefällt, 68 versetzt werden. Laut Geißler entspricht die Bahn nicht seinem Schlichterspruch von November 2010, nach dem gesunde Bäume erhalten werden müssen: «Das tut sie mit den bisher vorgetragenen Argumenten nicht.» Der Konzern mache keine technischen Gründe geltend für die Fällung, sondern finanzielle. Dies wies Nadia El Almi zurück. Die Entscheidungen seien «in keinster Weise von finanziellen Erwägungen geleitet».

Die Parkschützer halten eine Rodung zum jetzigen Zeitpunkt für «reine Machtdemonstration». Die Baugrube dürfe erst ausgehoben werden, wenn eine Grundwasser-Manipulationsanlage in Betrieb ist. Dies werde nicht vor Ende 2013 der Fall sein. «Dazwischen liegen ein bis zwei Baumfällperioden.» Die Parkschützer forderten die grün-rote Landesregierung auf, die Bürger endlich über die korrekte Abwicklung des Großprojekts zu informieren.

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