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Die Karlsruher Kombilösung mit der unterirdischen Führung von Straßenbahnlinien.
Die Karlsruher Kombilösung mit der unterirdischen Führung von Straßenbahnlinien. © dpa
23.09.2011

S-Bahn-Kombilösung in Karlsruhe: Teurer und später

Karlsruhe. Die Verlegung der Karlsruher Straßenbahn unter die Erde wird teurer als geplant. Die Bauverzögerungen unter anderem durch instabile Gebäudefundamente führten zu zusätzlichen Kosten von 3,2 Millionen Euro, gab der Geschäftsführer der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig), Walter Casazza, bekannt. Damit erhöhen sich die Gesamtkosten auf knapp 641 Millionen Euro.

Zudem verlange das Baukonsortium weitere 8,6 Millionen Euro für ergänzende Leistungen. Diese Forderungen würden allerdings noch eingehend geprüft.

Die Spannungen zwischen Kasig und dem Baukonsortium unter Führung der Münchner Alpine Bau AG sind nicht nur an dieser Stelle sichtbar. Casazza ist auch unzufrieden mit dem Baufortschritt. «An drei von fünf Baustellen liegt der Auftragnehmer trotz mehrfacher Ermahnungen durch uns deutlich hinter dem Plan, für dessen pünktliche Umsetzung er durch den Zuschlag bei der Ausschreibung die Verantwortung übernommen hat.» Er plane, trotz der ursprünglichen Ausschreibung weitere Unternehmen auf die Baustelle zu lassen, um die Arbeiten voranzutreiben. Auf jeden Fall werde er das Baukonsortium «erheblich stärker in die Pflicht nehmen».

Da eine der Baustellen rund zwölf Monate in Verzug ist, verschiebt sich auch die Fertigstellung des Stadt- und Straßenbahntunnels um ein Jahr auf 2017. Casazza ist jedoch zuversichtlich, dass das Gesamtprojekt mit dem Umbau der Kriegsstraße wie vorgesehen bis 2019 abgeschlossen werden kann. Den Vorschlag, mit der Einrichtung von weiteren Baustellen die Arbeiten zu beschleunigen, wies der Geschäftsführer zurück. Die Belastung der Bürger sei schon jetzt sehr hoch. «Wir wissen, dass ihre Geduld nicht unendlich ist.» dpa