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07.02.2011

"Samuraischwert-Mörder" soll zurück in die Psychatrie

 

STUTTGART. Der «Samuraischwert-Mörder» wird nach seiner Flucht ins französische Elsaß wieder in Deutschland erwartet. Nach seiner Auslieferung werde er in die Psychiatrie in Bad Schussenried (Kreis Biberach) zurückgebracht, sagte eine Sprecherin der Stuttgarter Staatsanwaltschaft am Montag. Der psychisch kranke Mann war Ende Januar aus der Psychiatrie geflohen, am Sonntag fasste ihn eine französische Spezialeinheit in der Nähe von Straßburg.

Nun muss ein französischer Richter über die Auslieferung entscheiden. Er hatte 2005 bei einem Gottesdienst der tamilischen Gemeinde in Stuttgart eine Frau mit einem Samuraischwert getötet und war dann wegen paranoider Schizophrenie in die Psychiatrie gekommen.
Der Oberarzt der Psychiatrie in Bad Schussenried, Rolf Eckert, sagte am Montag, die Psychose des Mannes sei mit Medikamenten gelindert worden. «Er hörte keine Stimmen mehr.» Seit eineinhalb Jahren durfte der Mann die Anstalt immer wieder zum Ausgang verlassen, teilweise auch allein. Ende Januar kehrte er von so einem Ausgang nicht zurück.
Er floh nach Frankreich, vermutlich weil ihm in Deutschland die Abschiebung droht. Mehrere Asylanträge von ihm waren gescheitert. Nach seiner Rückkehr nach Bad Schussenried werde der 30-Jährige die geschlossene Einrichtung sehr wahrscheinlich nicht mehr verlassen dürfen, sagte Oberarzt Eckert. Wann genau der Tamile nach Sri Lanka abgeschoben werden soll, könne er nicht sagen.
Das Verschwinden des psychisch kranken Mannes hatte in der Bevölkerung großes Aufsehen und Beunruhigung erregt. Bei der Schwert-Attacke des Mannes im Jahr 2005 war nicht nur eine Frau gestorben, sondern es wurden auch drei weitere Menschen schwer verletzt.