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© Symbolbild: dpa
12.02.2014

Scheinkauf deckte illegalen Handel mit polnischen Welpen auf

Karlsruhe. Dem Verdacht eines illegalen Hundehandels über ein Internetportal ist das städtische Ordnungs- und Bürgeramt Karlsruhe am Sonntag bei einer gemeinsamen Kontrolle mit dem Polizeipräsidium Karlsruhe nachgegangen. Den mit polnischen Hunden handelnde Tierverkäufer erwartet jetzt ein Bußgeld in Höhe von 2.500 Euro.

„Insbesondere die Begleitumstände der Inserate und der Verkaufsabwicklung haben uns vermuten lassen, dass das Angebot nicht mit geltendem Recht vereinbar ist. Im Rahmen eines Scheinkaufs wollten wir daher eine entsprechende Überprüfung vornehmen“, erläutert Ordnungsamtsleiter Björn Weiße. Eine Tierschützerin hatte auf den dubiosen Händler hingewiesen. Demnach habe er in der Vergangenheit regelmäßig über ein Internetportal Hundewelpen zum Verkauf angeboten.

Nach Überprüfung des Hinweises bei den zuständigen Veterinären entstand der Verdacht auf einen illegalen Hundehandel, so Weiße, weshalb mit Unterstützung der Tierschützerin der Scheinkauf angebahnt wurde. Dieser vorgebliche Kauf sollte am Sonntag auf einem Parkplatz in Karlsruhe abgewickelt werden. Neben der angeblichen Kaufinteressentin erwarteten den aus dem Raum Nürnberg anreisenden Verkäufer auch der zuständige Amtstierarzt sowie Beamte des Polizeipräsidiums.

Bei der Kontrolle wurde im Heck des Verkäuferfahrzeugs eine Hundebox mit vier Hundewelpen - drei Chihuahua-Welpen und ein Yorkshire-Terrier-Welpe – gefunden. Die Hunde sollen laut Einträgen in den mitgeführten Tierpässen im Oktober 2013 geboren worden sein. Aber: Aus den mitgeführten Dokumenten war nicht erkennbar, ob die Tiere in Polen oder der Slowakischen Republik geboren wurden, denn die Heimtierpässe stammten aus der Slowakei, die Tiere hingegen waren mit einem polnischen Transponder gekennzeichnet.

Immerhin: Wasser und Futter zur Versorgung der Tiere wurde im Fahrzeug mitgeführt. Den Tieren ging es augenscheinlich gut. „Laut den Eintragungen in den Pässen wurden alle Tiere in Polen gegen die Tollwut geimpft, die klinische Gesundheit und die Transportfähigkeit waren jedoch lediglich durch einen niedergelassenen Tierarzt und nicht durch einen Amtstierarzt in Polen bestätigt worden“, teilte Björn Weiße. Bei der Untersuchung der Welpen durch den zuständigen Amtstierarzt wurden keine tierseuchenrechtlich relevante Erkrankungen oder zu den Eintragungen in den Tierpässen unpassende Befunde festgestellt.

Der Verkäufer gab bei der Kontrolle an, dass er regelmäßig Hundewelpen aus Polen an Interessenten in Deutschland verkaufe, was den Verdacht der Gewerbsmäßigkeit seines Hundehandels bestätigte. Die hierfür erforderlichen Dokumente konnte er jedoch nicht vorweisen, weshalb er jetzt mit einem Bußgeld in Höhe von 2.500 Euro rechnen muss. Für den gewerbsmäßigen Handel mit Tieren muss eine behördliche Erlaubnis vorliegen. Zudem muss bei der gewerblichen Einfuhr von Tieren nach Deutschland ein Amtstierarzt im Heimatland die Gesundheit und Transportfähigkeit der Tiere bestätigen.

Die Weiterfahrt zu potentiellen Käufern aus dem Raum Freiburg wurde untersagt. Da einem Rücktransport der Hundewelpen in den Raum Nürnberg aus Tierschutzgründen aber nichts entgegen stand, musste der Verkäufer mit seinen Welpen die Rückfahrt antreten. Die für seinen Heimatort zuständigen Behörden wurden über den Sachverhalt informiert.