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27.03.2012

Schnaps-Trend: Mehr Geschmack, weniger Alkohol.

Sasbachwalden (dpa/lsw) - Die Schnapsbrenner in Baden-Württemberg setzen ihre Produkte immer häufiger auf Alkohol-Diät. Der Alkoholgehalt der Spirituosen sei in den vergangenen Jahren im Schnitt von 45 auf 40 Prozent zurückgegangen, teilte der Verband Badischer Klein- und Obstbrenner in Sasbachwalden (Ortenaukreis) mit.

«Die Brenner reagieren damit auf den veränderten Geschmack der Verbraucher», sagte Verbandsgeschäftsführer Klaus Lindenmann. Diese wünschten sich bei Obstbränden und Likören eine stärkere Betonung auf den Geschmack bei gleichzeitig geringerem Alkoholanteil.

Bildergalerie: Schnapsbrenner setzen auf Geschmack und weniger Alkohol

Zwei Nasen, zwei Gläser: Links wird Erdbeerlikör und rechts Mirabellenlikör getestet. In Sasbachwalden werden bis Mittwoch 3220 Schnaps- und Likörsorten von 40 Juroren geprüft und bewertet. Alle zwei Jahren werden die Destillate neu prämiert.

Als Trend zeigt sich, dass die Kunden einen vergleichsweise milden Geschmack bei reduzierten Alkoholgehalt wünschen», sagte Lindenmann. Diesem Anspruch würden die aktuell produzierten Edelbrände gerecht. Besonders beliebt seien Birnenschnäpse.

Das traditionelle Kirschwasser, das in den vergangenen Jahren fast zum Ladenhüter unter dem Obstbränden wurde, erlebe eine kleine Renaissance. Es werde wieder stärker nachgefragt.

Noch bis zum Mittwoch (28. März) kosten und prämieren knapp 40 ausgebildete Prüfer im Auftrag des Verbandes in Sasbachwalden mehr als 3200 Obstbände und Liköre von rund 400 Brennern und Brennereien. Eine solche Prämierung findet alle zwei Jahre statt.

Dem Verband zufolge gibt es in Baden-Württemberg rund 25 000 Kleinbrennereien. Der Südwesten ist damit deutschlandweiter Spitzenreiter der Spirituosenherstellung. Von den jährlich 6 Millionen Litern Alkohol stamme die Hälfte aus Baden-Württemberg, vor allem aus der Region am Oberrhein. Die bundesweit meisten Brenner gibt es den Angaben zufolge im Ortenaukreis.