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10.12.2010

Schneeglätte: Zwei Unfalltote in Baden-Württemberg

Starke Schneefälle haben in vielen Teilen Deutschlands erneut für Probleme gesorgt. In Baden-Württemberg starben zwei Menschen bei einem Autounfall. Der Deutsche Wetterdienst (DWD)hatte für die Mitte und den Süden des Landes noch Schneefälle und Glätte vorausgesagt. Bundesweit kämpften die Autofahrer mit dem hohen Schnee auf den Straßen und mussten einige Rutschpartien durchmachen. Der Luftverkehr war wieder stark beeinträchtigt. Auch im Enzkreis mussten die Rettungskräfte immer wieder ausrücken.

Im Enzkreis rückte die Polizei zu insgesamt acht Verkehrsunfällen aus. Bei sieben Unfällen waren die Fahrer von der Straße gerutscht. Verletzt wurde aber niemand, berichtet die Polizei, die als Gesamtschaden 40 000 Euro angab. Kurz vor 7 Uhr kam ein 69 Jahre alter Lkw-Fahrer auf der Landesstraße zwischen Birkenfeld und Neuenbürg ins Schleudern, sein Laster krachte gegen den Corsa eines 48-jährigen Fahrers. Beide überstanden den Zusammenstoß jedoch unverletzt.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hatten Schneeverwehungen auf der Landesstraße zwischen Schwann und der Schwanner Warte sowie zwischen Birkenfeld und Neuenbürg und der B 294 zwischen Pforzheim und Bauschlott die Autofahrer schwer behindert. Auf der B 294 kam gegen 22.20 Uhr ein Personenwagen von der Fahrbahn ab und überschlug sich. Der Fahrer wurde leicht verletzt und in ein Pforzheimer Krankenhaus gebracht. Auf der Autobahn bei Pforzheim bildete sich nach Mitternacht in beide Fahrtrichtungen eine dünne Schneedecke. Die Räum- und Streudienste waren einmal mehr die ganze Nacht im Einsatz.

Bildergalerie: Winternachwehen in Deutschland

Im gesamten Landkreis Calw haben sich in der Nacht zum Freitag, 10 Uhr, nur zwei Verkehrsunfälle ereignet. Am Freitagmorgen um 6.30 Uhr stießen im Bereich Altensteig ein Personenwagen und ein Lastwagen zusammen. Dabei wurde eine Person verletzt. Zwischen Altensteig Walddorf und Egenhausen ereignete sich in den Morgenstunden eine Unfallflucht. Darüber hinaus beobachtete die Polizei disziplinierte Verkehrsteilnehmer, die sich offensichtlich an die winterlichen Straßenverhältnisse gewöhnt haben.

In Frankfurt am Main und am Flughafen Berlin-Schönefeld mussten insgesamt etwa 60 Flüge abgesagt werden. Im Süden von Deutschland sorgten die Schneefälle für viele Probleme. In Bayern sorgten die eisglatten Straßen für etliche Autounfälle. Eine 17-jährige Beifahrerin kam nach einem Autounfall bei Berching in der Oberpfalz ums Leben, als der Wagen, in dem sie saß, gegen einen Lastwagen prallte. Der 21-jährige Fahrer wurde dabei schwer verletzt. Zudem blieben vielerorts Lastwagen stehen und Straßen waren kurzzeitig gesperrt.

In Baden-Württemberg starben zwei Menschen bei einem Autounfall. Ihr Wagen kam bei Heidenheim auf einer schneeglatten Straße ins Rutschen, schleuderte auf eine Leitplanke und rutschte schließlich in einen Fluss. Der 23-jährige Fahrer und die 20-jährige Beifahrerin konnten nur noch tot geborgen werden. Daneben sorgten Mischungen aus Schneefall und Regen der vergangenen Tage für Hochwasser. In Karlsruhe musste am Pegel Maxau die Schifffahrt eingestellt werden. Uferstraßen waren überschwemmt.

Auch im Luftverkehr in Berlin und Frankfurt am Main zeichneten sich am Freitag wieder Störungen ab. «Am Frankfurter Airport müssen 40 Flüge annulliert werden», sagte der Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport, Gunnar Scheunemann, der Nachrichtenagentur dpa. Insgesamt habe sich die Lage aber etwas entspannt. «Die Bahnen sind absolut frei», sagte er zum Zustand der Pisten. «Ich hoffe, dass heute der Tag ruhiger wird.» Die Schneeverwehrungen hatten in Hessen aber auch auf mehreren Autobahnen für kurzzeitige Sperren gesorgt.

Auch in Berlin-Schönefeld kündigten sich wieder Probleme an. Der britische Billigflieger Easyjet strich insgesamt 20 Starts und Landungen vom Flugplan. 9 Flieger würden am Vormittag nicht starten, 11 im Laufe des Tages nicht landen, teilte Easyjet mit. Grund dafür ist laut Mitteilung der «Mangel an Enteisungsmittel». Am Donnerstag war das Mittel für die Flugzeuge ausgegangen und hatte deshalb für erhebliche Ausfälle gesorgt.

Im Osten berichteten die Polizeibehörden von Aufräumarbeiten. «Wir haben ganz schön zu tun», sagte ein Sprecher in Chemnitz. Räumdienste müssten Straßen freimachen und Lastwagen müssten geborgen werden. In Thüringen waren paar Bäume auf kleinere Straßen gefallen. In Brandenburg lief ebenfalls nicht alles rund: «Der Winterdienst kommt nicht so in die Gänge», meinte ein Sprecher in Frankfurt (Oder). Besonders Lastwagenfahrer würden nicht immer langsam fahren. «Wenn die statt 30 dann 45 Stundenkilometer fahren, dann knallt’s schon mal.»

In den Teilen Deutschlands, für die die Unwetterzentrale Meteomedia starke Schneefälle vorhergesagt hatte, blieb es dafür aber ruhig. Weder in Nordrhein-Westfalen noch in Niedersachsen, wo teilweise bis zu 30 Zentimeter Neuschnee fallen sollten, berichteten die Behörden von Unfällen oder Störungen. dpa