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Zu einem verheerenden Feuer ist es in Konstanz gekommen. © dpa
23.12.2010

Schock im Vorweihnachtstrubel - Feuer in Konstanz

KONSTANZ. Schock in der Konstanzer Altstadt mitten im vorweihnachtlichen Einkaufstrubel: Ein Großbrand in drei historischen Häusern lässt den Menschen den Atem stocken. Fassungslos schauen sie in die dicken weißen Qualmwolken, die sich über den Giebeln mit dem dichten Nebel vermischen.

Bildergalerie: Feuer in Konstanz: Großbrand in drei historischen Häusern Teil 1

Jeder in der 82 000 Einwohner zählenden Stadt am Bodensee weiß um die Gefahren eines Feuers im eng bebauten Zentrum. Und der Brand wenige Schritte vom historischen Rathaus entfernt breitet sich in Windeseile aus. Doch die Feuerwehr ist in wenigen Minuten mit einem Großaufgebot zur Stelle. Die rund 150 Feuerwehrleute aus Konstanz und der Schweizer Nachbarstadt Kreuzlingen verhindern am Donnerstag, dass sich die Flammen weiter ausbreiten. Zwei Menschen erleiden Verbrennungen und werden geborgen. Sie kommen ins Krankenhaus. Weitere Bewohner können sich selbst rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Bildergalerie: Feuer in Konstanz: Großbrand in drei historischen Häusern Teil 2

Insgesamt sind über 250 Hilfskräfte im Einsatz. „Alles, was Beine hat, ist unterwegs“, heißt es bei der Polizei. Sanitäter des Roten Kreuzes und des Malteser Hilfswerks rennen durch die abgesperrten Straßen und Gassen der Fußgängerzone. Immer wieder ertönen Sirenen von Feuerwehrfahrzeugen, denn auch die Nachbargemeinden Allensbach und Reichenau schicken Löschmannschaften.

Am Mittag wird klar, dass eines der Wohn- und Geschäftshäuser mit einem Schuhgeschäft im Erdgeschoss nicht mehr zu retten ist. Die Feuerwehr spritzt so viel Wasser wie möglich in die schwarzen Fensterhöhlen. Doch das Warenlager im ersten Stock hat den Flammen zu viel Nahrung gegeben. Experten rechnen damit, dass das Haus mit der roten Fassade in sich zusammenfallen dürfte.

„Wertvolle mittelalterliche Bausubstanz ist verloren“, sagt der Chef des Konstanzer Hochbauamts, Johannes Kumm, der Nachrichtenagentur dpa. Die betroffenen viergeschossigen Gebäude stammen aus dem 15. Jahrhundert und haben trotz aller Nachrüstungen nicht den Brandschutz wie moderne Häuser.

Währenddessen haben Polizeibeamte alle Mühe, Anwohner und Passanten an den rot-weißen Absperrbändern davon abzuhalten, in die Gefahrenzone zu laufen. Der 65-jährige Urs Niederreuther aus der benachbarten Schweiz, der unbedingt noch Weihnachtsgeschenke besorgen will, nimmt es äußerlich gelassen: „Dann müssen die Geschenke eben bis nach Weihnachten warten“, sagt er. Geschäftsleute in den abgesperrten Bereichen der Fußgängerzone stehen konsterniert in den Türen ihrer Läden. „Heute läuft hier wohl nichts mehr“, vermutet die Verkäuferin eines Ladens mit Dekorationsartikeln. Die Einbußen an einem der umsatzstärksten Verkaufstage findet sie misslich. Doch sie ist auch froh, dass keine Toten zu beklagen sind.

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