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27.10.2015

Schwarzwälder Schinkenhersteller wehren sich gegen Krebsverdacht

Villingen-Schwenningen. In der Debatte um Krebsgefahr durch verarbeitetes Fleisch hat der Schutzverband Schwarzwälder Schinkenhersteller der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Verunsicherung der Verbraucher vorgeworfen. Von Schinken gehe keine Gesundheitsgefahr aus, sagte der Verbandsvorsitzende Hans Schnekenburger am Dienstag in Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) der Deutschen Presse-Agentur.

Schinken könne ohne Bedenken gegessen werden. Die WHO habe ihre Vorwürfe nicht mit Zahlen belegt, die Debatte sei ideologisch gefärbt. Fleischverarbeitung in Deutschland laufe unter strengen Vorschriften und Kontrollen. Verbraucher könnten darauf vertrauen.

Die WHO hatte am Montag davor gewarnt, dass der regelmäßige Konsum von verarbeitetem Fleisch das Risiko für Darmkrebs erhöhe. Als gefährlich gelten demnach vor allem Wurst und Schinken. Die WHO hatte dazu geraten, den Konsum von Fleisch zu begrenzen.

Der Schinken werde zu Unrecht in ein schlechtes Licht gerückt, sagte Schnekenburger. Teile der Debatte seien hysterisch und hätten mit der Realität wenig zu tun. Verarbeitet werde hochwertiges Fleisch. «Der Schwarzwälder Schinken gilt zurecht als Delikatesse. Niemand wird von ihm krank.» Viele pflanzliche Stoffe seien mit chemikalischen Stoffen wie etwa Nitrat belastet. «Aber darüber redet niemand.»

Er gehe nicht davon aus, dass weniger Schinken verkauft werde, sagte der Verbandschef. «Die Verkaufszahlen gehen seit Jahren nach oben, trotz der diversen Lebensmittelskandale, die Schlagzeilen machen.» Der Verbraucher könne gut einschätzen, was er esse. Fleisch stehe im Lebensmittelhandel weiter hoch im Kurs.

Schwarzwälder Schinken ist nach Angaben des Verbandes mit Sitz in Villingen-Schwenningen der meistverkaufte Rohschinken Deutschlands und der absatzstärkste geräucherte Rohschinken in Europa. Im vergangenen Jahr hatten die Produzenten laut Verband 8,94 Millionen Stück des Lebensmittels abgesetzt und damit einen Verkaufsrekord erzielt. Um den Namen tragen zu dürfen, muss der Schinken im Schwarzwald hergestellt und verpackt werden. Die Schweine, die verarbeitet werden, kommen überwiegend nicht aus der Region.

Umfrage

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