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Nach einem Unfall beim Waggon-Klettern in Villingen schwebt ein junger Mann in Lebensgefahr.
Nach einem Unfall beim Waggon-Klettern in Villingen schwebt ein junger Mann in Lebensgefahr. © Symbolbild: dpa
Schilder warnen am Pforzheimer Bahnhof davor, auf die abgestellten Waggons zu klettern.
Schilder warnen am Pforzheimer Bahnhof davor, auf die abgestellten Waggons zu klettern.
28.08.2014

Schwere Verbrennungen durch Stromschlag - Ähnliche Fälle auch in Region

Erneut ist es in Baden-Württemberg zu einem schweren Unfall beim Waggon-Klettern gekommen. Nach Medienberichten wurde ein junger Mann bereits am Freitag in Villingen-Schwenningen so schwer verletzt, dass er noch immer in Lebensgefahr schwebt. Auch in der Region gab es in den vergangenen Jahren immer wieder schwere Unfälle, weil Menschen, vor allem junge Männer, auf abgestellte Waggons geklettert waren.

Der junge Mann in Villingen soll auf einen Güterwagen geklettert sein, wo er einen Stromschlag erlitt. Das Unfallopfer, dessen Identität noch nicht geklärt ist, liegt seitdem mit schweren Verbrennungen in einer Tübinger Spezialklinik im Koma. Der Vorfall ereignete sich gegen drei Uhr nachts. Ein Fahrdienstleiter hatte einen Funkenflug beobachtet. Kurz darauf wurde der junge Mann an den Gleisen gefunden, der starke Verbrennungen aufwies. Offenbar war er auf einen Kesselwagen geklettert.

Zu einem Lichtbogen kann es bereits kommen, wenn der Sicherheitsabstand zur 15.000-Volt-Oberleitung von mindestens 1,5 Metern nicht eingehalten wird. Den genauen Unfallhergang ermittelt nun die Bundespolizei.

Auch in Pforzheim und dem Enzkreis haben in der Vergangenheit immer wieder junge Menschen die Gefahren an den Bahngleisen unterschätzt. Dabei kam es zu schweren Unfällen, die zum teil auch tödlich ausgingen. So starb in Pforzheim im August 2009 ein 27-Jähriger, der seinen Heimweg über die Gleise abkürzen wollte und über einen Waggon kletterte. In Remchingen verunglückte im Juni 2010 ein 18-Jähriger tödlich, der auf einen abgestellten Güterwaggon geklettert war. Er hatte mit seinen Freunden am Bahnhof gefeiert. Im Mai 2012 wurde in Pforzheim ein 28-Jähriger lebensgefährlich verletzt, nachdem er auf den Waggon eines Güterzuges geklettert war. In Stuttgart tötet im Mai 2013 ein Stromschlag auf einem Kesselwagen ein 17 Jahre altes, alkoholisiertes Mädchen. Zwei Freundinnen wollten sie fotografieren und wurden selbst verletzt. Und im Februar 2014 kletterte in Pforzheim ein 22-Jähriger auf einen Güterwaggon, erlitt einen Stromschlag und starb. Sein Bruder und sein Cousin versuchten vergeblich, ihn am Klettern zu hindern.